Der Hund aus Terracotta von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1996
unter dem Titel Il cane di terracotta,
deutsche Ausgabe erstmals 1999
bei Lübbe.
351 Seiten.
ISBN-10: 3-404-92065-1, ISBN-13: 978-3-404-92065-5.
Übersetzt von Christiane v. Bechtolsheim.
Ort & Zeit der Handlung: Sizilien, 1990 - heute.
'Der Hund aus Terracotta' ist erschienen als
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In Kürze:
Wenn sich Commissario Montalbano bisher auf etwas verlassen konnte, dann war es die Mafia. Diese hat – durch und durch sizilianisch wie er selbst – wenigstens ihre Prinzipien. Das denkt der Commissario zumindest, bis er sich mit dem aufsehenerregenden Mord an dem landesweit gesuchten Verbrecher Tano u Grecu beschäftigt. Daß es sich hier nicht um eine gewöhnliche Tat der Mafia handelt, wird Commissario Montalbano im dem Moment klar, als er bei seinen Nachforschungen durch Zufall auf ein weiteres, fünfzig Jahre zurückliegendes Verbrechen stößt. In einer Höhle entdeckt er – scheinbar kultartig inszeniert – die skelettierten Leichen eines Mannes und einer Frau in inniger Umarmung, bewacht von einem lebensgroßen Schäferhund aus Terracotta …
Salvo Montalbano ist ein intelligenter sensibler und ein wenig eigenwilliger Polizist mit zwei großen Leidenschaften. Zum einen liebt er die Frauen. Obwohl ihn seine Freundin Livia gerne heiraten möchte, lebt er alleine und wird von seiner Haushälterin mit seiner anderen großen Liebe versorgt: mit gutem italienischem Essen. Probleme hat er damit, an die Öffentlichkeit zu treten. Pressekonferenzen sind ihm ein Greuel. Dabei bringt er kaum zusammenhängende Sätze heraus.
Der wegen mehrfachem Mord gesuchte Tano u Greco trifft mit Commissario Montalbano ein merkwürdiges Abkommen. Er möchte sich gerne verhaften lassen, aber so, dass es nicht so aussieht, ab ob er sich freiwillig gestellt hat. Bei seiner Überstellung wird er ermordet, kann aber Montalbano noch das Geheimnis einer versteckten Höhle, in der Waffen gelagert werden verraten.
Skelette in inniger Umarmung
In einer zweiten Höhle dahinter entdeckt Montalbano die skelettierten Leichen eines Mannes und einer Frau in inniger Umarmung, bewacht von einem lebensgroßen Hund aus Terracotta. Die Inszenierung lässt auf einen religiösen Kult schließen. Er findet schnell heraus, dass die beiden Toten vor etwa 50 Jahren ermordet wurden und beginnt mit Nachforschungen.
Es lohnt sich alleine schon deshalb, das Buch zu lesen, weil man die sizilianische Küche ausgiebig kennenlernt. Im Anhang sind sogar einige Rezepte und Erklärungen der Spezialitäten verzeichnet. Doch auch die mit viel Humor locker und flüssig geschriebene Erzählung eines Verbrechens aus der Kriegszeit mehr oder weniger verflochten mit Mafia-Verbrechen aus der Gegenwart mit einigen Seitenhandlungen ist durchaus lesenswert.
Was das Lesen gelegentlich ein wenig holprig macht, sind die vielen italienischen Namen und Begriffe. Durch die Übersetzung dürfte da auch einiges an Wortwitz verloren gegangen sein. Dennoch bieten insbesondere die Dialoge gute Unterhaltung.
In der Figur des Commissario Salvo Montalbano hat Andrea Camilleri einen Charakter geschaffen, der Spielraum für viele Romane bietet. Es macht Spaß, diesen Polizisten bei seinen Ermittlungen zu begleiten und zu erfahren, wie seine Liebesabenteuer sich fortsetzen.
Klarer Kontrast zu Brunetti – hier spielt die Realität
Wie man es auch schon von den Brunetti-Romanen her kennt, bietet das Buch nicht einen klar abgegrenzten Fall, so wie sich Klein-Mäxchen einen typischen Kriminalroman vorstellt, sondern schildert die täglichen Vorkommnisse auf einer italienischen Questura mit ihrem ganzen Bürokratismus sowie das Leben eines italienischen Kriminalkommissars innerhalb und außerhalb seiner Dienstzeit. Das Küstenstädtchen Vigata, in dem Montalbano lebt, ist dabei eine Erfindung des Autors, dürfte sich aber kaum von real existierenden Städten Siziliens unterscheiden.
Was den Leser ein wenig unzufrieden stimmt, ist, dass gelegentlich Teile der Lösung doch sehr zufällig auftauchen, zum Beispiel, als der Kommissar gerade einen Ausflug mit seiner Freundin macht.
Wer nicht unbedigt einen klar umrissenen Handlungsrahmen braucht, sondern sich auch gerne ein wenig von der Erzählung treiben lässt, dürfte hier nicht falsch liegen. Auch für diejenigen, die Gefallen an den Brunetti-Romanen gefunden haben, ist Camilleri ein heisser Lesetip.
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| Markus zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 06.01.2010 |
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| marco zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 20.03.2009 |
| WelpeMax zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 26.07.2008 |
| Stefan83 zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 26.04.2008 |
| Marie Alex zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 25.08.2005 |
| Manu zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 16.08.2004 |
| Swen Piper zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 23.04.2004 |
| Florian Becker zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 26.02.2004 |
| manu zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 08.08.2003 |
| Anja S. zu »Andrea Camilleri: Der Hund aus Terracotta« | 11.07.2003 |

