Piranhas im Paradies von Alicia Giménez-Bartlett

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Serpientes en el paraíso, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Spanien / Barcelona, 1990 - 2009.
Folge 5 der Petra-Delicado-und-Fermín-Garzón-Serie.

  • Barcelona: Planeta, 2002 unter dem Titel Serpientes en el paraíso. 341 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2004. Übersetzt von Sybille Martin. 343 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2006. Übersetzt von Sybille Martin. ISBN: 978-3-404-92205-5. 345 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2008. Übersetzt von Sybille Martin. 345 Seiten.

'Piranhas im Paradies' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Als hätte Inspectora Petra Delicado mit einer Familienfehde unter Zigeunern und der Sicherheitsüberwachung des Papstbesuches in Barcelona nicht schon genug zu tun, wird in der eleganten Vorort-Siedlung El Paradís der erfolgreiche Anwalt Juan Luís Espinet getötet. Leblos treibt seine Leiche im eigenen Swimmingpool. Ein untadeliger Ehemann, eine intakte Familie, ein treuer Freundeskreis – ein hinterhältiger Mord. Die Tat scheint so gar nicht in die heile Welt zu passen, doch Petra und Fermín finden schnell heraus, dass auch im Paradies die Dinge längst nicht so sind, wie sie scheinen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Das Lesevergnügen ist ganz meinerseits« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

In der vor den Toren Barcelonas liegenden Wohnsiedlung El Paradís wird die Leiche von Juan Luis Espinet, einem jungen und erfolgreichen Anwalt im Pool gefunden. Er hatte den Abend zusammen mit seiner Frau und zwei befreundeten Pärchen aus der Nachbarschaft verbracht, als er das Haus verließ, um etwas aus dem Auto zu holen, aber er kam nicht mehr zurück.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Das Polizeirevier, in dem Inspectora Petra Delicado und ihr Kollege Subinspector Fermín Garzón tätig sind, ist zwar schwer mit den Vorbereitungen für den anstehenden Papstbesuch beschäftigt, aber die beiden knien sich in die Ermittlungen in diesem Todesfall. Es ist klar, dass die beiden die Leichen im Keller der Neureichen suchen. Woher stammt der fast verheilte Kratzer auf dem Rücken des Opfers? Seiner engelsgleichen, aber naiven jungen Frau wird eine solche Leidenschaft auf jeden Fall nicht zugetraut.

Die Inspectora fühlt sich magisch angezogen von dieser Wohnsiedlung, in der sie den Schlüssel zum Tod des Anwalts vermutet, doch zunächst scheint niemand außer dem philippinischen Kindermädchen etwas gesehen oder gehört zu haben. Das nächtliche Plappern einer an Alzheimer erkrankten alten Nachbarin bietet jedoch nichts Substanzielles, was die Ermittlungen voranbringen könnte. Dann verschwindet dieses Kindermädchen …

Das Lesevergnügen ist ganz meinerseits

Nachdem der Vorgängerroman Tote aus Papier schon für kurzweilige und auch spannende Unterhaltung gesorgt hat, war ich recht gespannt, wie es mit den beiden sympathischen Hauptfiguren weitergeht. Die ausgefeilte Zeichnung der Personen war zwar schon im ersten Band der Serie (Gefährliche Riten) zu erkennen, doch dort war der Kriminalfall so seicht, so dass man hier keine Empfehlung aussprechen konnte. Bei »Piranhas im Paradies« stimmt beides, man wird spannend unterhalten und kann sich gleichzeitig über die Begebenheiten und die kleinen Wortgefechte der beiden so unterschiedlichen Kollegen amüsieren. Nicht dass das Geplänkel im Vordergrund stehen würde, aber es erzeugt ein stimmiges Gesamtbild. Auf der anderen Seite sind die Personen und der Humor nicht zu skurril, als dass es ins Unrealistische abdriften würde.

Die Stärke von Alicia Giménez-Bartlett liegt eindeutig in der Beschreibung von Situationen und der Entwicklung ihrer Charaktere, wobei sich dies keinesfalls auf die Protagonisten beschränkt. Die Autorin wirft zudem einen gezielten Blick hinter die Fassade der neureichen Gesellschaft und kokettiert zudem mit der Ungläubigkeit ihrer Inspectora, die sich angesichts des Besuchs des »pontifikalen Superstars« mehr als einmal den Mund verbrennt.

Wer Donna Leon s Brunetti oder Andrea Camilleris Montalbano mag, der sollte seinen Blick ins westlichere Europa lenken, denn die beiden Ermittler mit ihren Ecken und Kanten sind hierzulande noch viel zu unbekannt.

Ihre Meinung zu »Alicia Giménez-Bartlett: Piranhas im Paradies«

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Ulrike zu »Alicia Giménez-Bartlett: Piranhas im Paradies« 24.05.2006
Ganz nette Geschichte, die jedoch sehr schnell zu durchschauen war. Dafür sind dann 343 Seiten sehr viel, die Story wird langatmig.
Es fehlte mir an Spannung und überraschenden Wendungen.
Der Blick hinter die Fassaden der besseren Kreise war gut beschrieben. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt.
Für mich ist es eher ein Roman über die Freundschaft dreier Familien, aber kein Krimi.
Aitor zu »Alicia Giménez-Bartlett: Piranhas im Paradies« 21.03.2006
Erneut ein Meisterwerk der spanischen Krimikönigin. Liest sich flott und flüssig. Macht einen Riesenspass vor allem dank der ironischen und witzigen Dialogen. Dabei sind die Alltagsprobleme der Hauptfiguren mindestens so spannend, wie die Handlung selbst. Spitze!
Gilli zu »Alicia Giménez-Bartlett: Piranhas im Paradies« 27.02.2006
also, ich kenne auch alle anderen Bücher und war von diesem hier ziemlich enttäuscht! Die Lösung lag von Anfang an auf der Hand und die ewig gleichen, sich permanent wiederholenden privaten Geschichten waren wie Kaugummi! Nach 4 supertollen Büchern eine riesige Enttäuschung!!!
Ulli zu »Alicia Giménez-Bartlett: Piranhas im Paradies« 21.06.2004
Ich kenne inzwischen all ihre Bücher und liebe sie, obwohl ich bei "Piranhas im Paradies" ziemlich sofort Bescheid wußte - macht aber nichts. Ist immer ein Lesegenuß. Die Frau hat's einfach drauf!!!
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