Auf fremdem Terrain von Alexandra Marinina

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Igra na cuzom pole, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Argon.
Ort & Zeit der Handlung: Moskau, 1990 - 2009.

  • -: ?, 1997 unter dem Titel Igra na cuzom pole. 287 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 1999. Übersetzt von Felix Eder & Thomas Wiedling. ISBN: 3896045555. 287 Seiten.
  • Berlin: Argon, 1999. Übersetzt von Felix Eder & Thomas Wiedling. ISBN: 387024495X. 287 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2000. Übersetzt von Felix Eder & Thomas Wiedling. ISBN: 3-596-14313-6. 287 Seiten.

'Auf fremdem Terrain' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Eigentlich wollte Anastasija Kamenskaja im Sanatorium ihr langverschlepptes Rückenleiden auskurieren, doch im trügerischen Idyll der russischen Kleinstadt geschehen seltsame Dinge. Merkwürdige Fremde kommen für ein bis zwei Tage ins Sanatorium, die Kurgäste scheinen dort mehr zu suchen als nur Erholung. Als schließlich ein Mord geschieht, ist Anastasija mehr als überrascht darüber, dass es nicht die örtliche Polizei ist, die sie um ihre Mithilfe bei der Aufklärung des Verbrechens bittet.

Das meint Krimi-Couch.de: »Einblicke in das Russland der Gegenwart« 56°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Anastasija Kemenskaja arbeitet bei der Kriminalpolizei in Moskau. Wegen ihres kaputten Rücken ist eine Kur dringend notwendig. So beschafft ihr ihr Chef einen Platz im Sanatorium »Doline«. Außer ihren medizinischen Anwendungen möchte sie sich nur um ihre Nebenbeschäftigung kümmern: der Übersetzung von Kriminalromanen ins Russische. Doch wird sie dabei öfter unterbrochen, als ihr lieb ist. Zum einen von Regina Arkadjewna, ihrer Zimmernachbarin, einer älteren Klavierlehrerin, die sich nach Gesellschaft sehnt, zum anderen durch diverse Schürzenjäger, die sich augenscheinlich einen Sport daraus machen, die weiblichen Kurgäste abzuschleppen. Doch Nastja lässt einen nach dem anderen abblitzen. Einzig Damir Ismailow, ein ehemaliger Schüler von Regina, scheint Chancen bei ihr zu haben. Doch Nastja merkt, dass er etwas zu vrbergen hat und ihr nicht die Wahrheit sagt.

Dann wird Kolja Alferow, ein Kurgast, von seinem Zimmernachbarn tot im Bett aufgefunden. Er wurde erschlagen. Anastasija war eine der letzten, die den Ermordeten lebend gesehen hat, als sie sich mit ihm auf einer Parkbank unterhielt. Darauf wird sie auch von den ermittelnden Polizeibeamten verhört. Sie bietet ihre Mithilfe an, doch wird sie von den Beamten ziemlich unfreundlich abgewiesen. Da der Tote aus Moskau stammt, schickt die Moskauer Kripo einen ihrer Leute. Als die Beamten der STADT von ihm erfahren, dass es sich bei Anastasija um eine hochrangige Kriminalbeamtin handelt und sie daraufhin doch gerne deren Unterstützung hätten, spielt diese die Beleidigte.

Doch dann wird um Anastasijas Hilfe überraschenderweise noch von ganz anderer Seite ersucht.

»Auf fremdem Terrain« ist ein Kriminalroman, bei dem der Leser von Anfang an mehr weiß als die Ermittler, aber auch nicht alles. Denn eine Überraschung bleibt auch für den Leser noch, wenngleich man als erfahrener Krimileser auch schon vor der Auflösung darauf kommen müsste.

Aus ständig wechselnden Perspektiven beschreibt Alexandra Marinina das Geschehen. Dabei ist das Buch von Anfang an angenehm zu lesen, selbst an die doch recht langen russischen Namen hat man sich schnell gewöhnt, auch wenn man ab und an mal jemanden verwechselt oder auch mal eine Person als zwei verschiedene ansieht, wenn sie einmal mit dem Vaternamen, das andere mal mit dem Nachnamen bezeichnet wird.

Die Kleinstadt fernab von Moskau, in der sich das Sanatorium »Doline« befindet, wird schlicht als die STADT bezeichnet, in kleingedruckten Großbuchstaben. Und es ist eine ganz besondere STADT, wie es sie heutzutage in Russland nicht allzu oft gibt. Denn in der STADT herrscht Frieden, Ruhe und Ordnung. Und das liegt daran, dass in der STADT ein Mann – Eduard Petrowitsch Denissow – ein einziger Mann die Fäden in der Hand hält. Und der bestimmt sogar, wieviel Morde im Jahr passieren dürfen und wie viele davon unaufgeklärt bleiben dürfen. Sprich: die STADT wird von einer einzigen Mafia ohne jede Konkurrenz regiert.

Und da kommt auch Nastja schnell dahinter. Die Autorin beschreibt ihre Protagonistin so genau, dass man schnell eine sehr gute Vorstellung von ihr bekommt. Nastja ist eine sehr vielschichtige Figur mit Stärken und Schwächen, die dem Leser schnell sympathisch wird. Doch nicht alle Charaktere werden so genau dargestellt, Randfiguren werden ein wenig vernachlässigt.

Interessant die Einblicke in das Russland der Gegenwart und die Macht von Verbrecherorganisationen sowie in eine Welt voll von Korruption und düsteren Machenschaften. Das Geschehen ist zwar teilweise sehr brutal, ohne daß jedoch die Einzelheiten detailliert dargestellet werden.

Der erste Roman einer Krimiserie dient oft dazu, die Hauptfiguren und das Umfeld bekannt zu machen, deshalb sei es der Autorin verziehen, dass der Auftakt der Kamenskaja-Reihe noch nicht überaus spannend verläuft.

Ein angenehm zu lesender Krimi, der nicht einem Einheitsmuster folgt. Als Auftakt einer Serie nicht allzu spannend weckt er dennoch Interesse auf Fortsetzungen.

Ihre Meinung zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Karim Yzhasnivulk zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 20.02.2010
Eigentlich lese ich überwiegend Val McDermid oder Elizabeth George-eben sehr britisch wie ich. Dann fand ich Marinina ,ich glaube meine Frau war damit gerade fertig,und dachte na,probierst es mal.Sehr düster. Wirklich was anderes für uns "Wessies".Leider für alte SU zu sehr realität(igra). Als ich mit einem Freund in Belarus über Krimis redete,sagte er Eliz George und Mcdermid wären ihm zu fremd-lieber Marinine,das wäre wirklichkeit. Also ich war gut beeindruckt von ihrem Stil. Tak dalshee,devushka!!
kissmekate zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 17.01.2010
purer zufall, da ich nur kriminalromane lese, bekam ich von einer arbeitkollegin band1 und war hellauf begeistert von dem analytischen denken der ermittlerin, habe inzwischen auch band 3 gelesen und werde mich mit allen weiteren bänden dieser autorin befassen.unbedingt weiterzuempfehlen...grosse klasse...
Anonymus Nr.: 217.184.25.67 zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 07.10.2009
Als Fan von Dostojewski und Boris Akunin hatte ich keine Schwierigkeiten mit den Namen: Man muss sich nur klar machen, dass Russen drei Namen haben - Vornamen, Vatersnamen (mit Geschlechtsangabe: -witsch oder -owa), Nachnamen -, die munter abwechseln.
Die Figur der Kamenskaja ist großartig gestaltet. Der abwechslungsreiche und intellektuelle Charakter lädt zur Identifizierung ein. Die Story unterscheidet sich von klassischen Krimis: endlich mal nicht 08/15. Gerne folgt man den Überkegungen und Analysen der Ermittlerin.
Doch am meisten hat mich die Plausibilität des Motives begeistert. Dies ist meistens die Schwäche eines Krimis: Dass man letztendlich doch nicht verstehen kann, warum der Mörder so handelt. In diesem Fall habe ich den Atem anhalten müssen, so gelungen ist das Buch bis zum Schluss.
Alles in allem ein Buch für Künstler jeder Kunstform und Kunstliebende, das 'nachklingt'. Ich freue mich auf die weiteren Marininas ...
ABaum71 zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 12.08.2008
Das Buch hat mich total begeistert, obwohl ich anfangs Schwierigkeiten hatte, die vielen russischen Namen den richtigen Personen zuzuordnen, wenn dann manchmal der Nachname und ein anderes Mal der Vatersname und wieder ein anderes Mal nur der Vorname genannt wird, und dann bekommen einige Protagonisten auch noch Spitznamen ( zu Hilfe!).
Wenn man diese Schwierigkeiten , vielleicht auch erst beim zweiten Lesen, überwunden hat, kann man die Story geniessen. Anastasija Kamenskaja, Kommissarin in Moskau,fährt aufgrund Ihres schlechten Gesundheitszustandes in das Sanatorium der STADT um sich dort zu entspannen. Während dieser Zeit möchte Sie sich eigentlich ausschliesslich Ihrem Hobby, dem übersetzen von Kriminalromanen ins russische, widmen. Aber irgendwie kommt es dann doch anders als erwartet. Sie lernt mehr unfreiwillig Ihre ältliche Nachbarin kennen, die scheinbar eine in die Jahre gekommene Musiklehrerin ist , dann wird sie mehrfach von irgendwelchen Männern angemacht, die Wetten auf die Anzahl der Frauenbekanntschaften abgeschlossen haben. Als nun einer dieser Herren tot in seinem Zimmer aufgefunden wird, gerät Sie auch noch ins Visier der ermittelnden Behörden, denen Sie ihre Hilfe anbietet, diese aber von den Kollegen kategorisch abgelehnt wird. So ist es für Sie noch mehr als überraschend, das Ihre Hilfe von ganz anderer Seite erbeten wird.
Die STADT wird nämlich von einer "Interessengemeinschaft" unter der Leitung eines gewissen Denisow regelrecht regiert ( Natürlich die Mafia).
Diese Mafia hält die STADT erstaunlich sauber und ruhig, sie bestimmt sogar wieviele Morde geschehen dürfen und wie viele davon ungeklärt bleiben dürfen.
Natürlich schafft Anastasija es durch Ihren Scharfsinn und Ihren analytischen Fähigkeiten den Fall zu klären. Obwohl man als Leser sehr viel mehr erfährt als Anastasija, bietet die Autorin ein doch recht überraschendes Finale.
Das Buch ist nicht ganz so einfach zu lesen wegen der vielen Protagonisten, aber dennoch sehr empfehlenswert.
Schleiermacher01 zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 30.07.2008
Also, man hat zu bestaetigen, dass Marinina verdorben hat. Ich komme aus Russland und ich liebe sehr ihre Buecher, sie hat schon fast 40 geschrieben, ich habe keine Ahnung, wieviel von ihnen auf deutdvh uebersetyt sind. Aber letztere Buecher sind schrecklich. Das ist lkeine Marinina mehr. Das ist jemand anders unter ihrem Namen. Deswegen - bewundern sie die ersten Romane der Serie, sie sind wirklich prima, obwohl das echte russchiche Leben nicht ganz korrekt wiederspiegeln, offen gestanden. Alles ist vielmehr schlechter!
Susannah zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 31.05.2008
Die 33jährige Anastasija Kamenskaja, auch Nastja genannt, Mitarbeiterin der Kripo in Moskau, ist zur Erholung in einem Sanatorium in der STADT, um ihr Rückenleiden zu kurieren. Eigentlich will sich Nastja dem Übersetzen, ihrem Nebenverdienst widmen, und sich erholen. Und so verschließt sie ihren brillianten, scharfen Verstand vor allen seltsamen Ereignissen. Doch das seltsame Gefühl lässt Nastja nicht los, und als in einem der Zimmer eine Leiche auftaucht und nicht die hiesige Kripo, sondern jemand anderes ihre Hilfe sucht, steht Nastja vor einer schweren Entscheidung ...

WOW! Binnen wenigen Tagen verschlungen, und das lag bestimmt nicht am einfachen Schreibstil. Denn Alexandra Marinina schreibt ungewöhnlich, für "westliche Augen" sogar gewöhnungsbedürftig. Mich jedoch hat der Stil sofort angesprochen, sehr schön mischt sich die Entwicklung des Falles mit einer starken Charakterisierung von Anastasija. Auch die anderen Figuren erfahren interessante Züge. Schon der Einstieg in die Geschichte ist gelungen und macht sehr neugierig. Mit Sicherheit nicht mein letzter Roman dieser russischen Autorin!
Kathy zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 25.03.2008
Ich habe alle von ihr gelesen, sie haben mir nicht gleich gut gefallen, aber ich mag die Hauptfigur und einige Plots sind wirklich super. Gerade ihre etwas verwirrende Schreibweise habe ich auch liebgewonnen, wenn man erstmal drin ist, kommt zusammen mit den Beschreibungen der russischen Alltagswelt Fernweh auf.
Manfred zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 23.10.2007
"Auf fremden Terrain" ist das erste Buch, das ich von Alexandra Marinina gelesen habe.
Die russischen Namen, die "Machtverhältnisse" in der Stadt, die offensichtliche Bestechlichkeit der Polizei, die als normal empfunden wird, haben mir Schwierigkeiten beim Lesen gemacht.
Ich werde zunächst ein weiteres Buch der Autorin lesen. Die Schreibweise ist im Verhältnis zu westeuropäischen Autoren sehr gewöhnungsbedürftig.
lisa zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 31.01.2007
Ich finde, dass man am Anfang nicht so mitkommt weil schwierige Namen drinnen sind und die Handlungen immer wechseln. Ein paar Stellen sind für ein bisschen zu heftig, aber je weiter ich das Buch lese desto besser gefällt es mir und ich muss sagen das ich keine so begeisterte Leserin bin!!
Jasmin zu »Alexandra Marinina: Auf fremdem Terrain« 15.07.2006
Also, ich liebe ja russische Krimiautorinnen, aber bei Alexandra Marinina fällt mir immer wieder auf, dass sie einen Schreibstil hat, der schwer zu lesen ist. Dachte immer, das liegt vielleicht an den Übersetzungen, aber nachdem ich dreimal versucht habe "Auf fremdem Terrain" im Original zu lesen und nicht durchgekommen bin, habe ich gemerkt, dass die wirklich so schreibt. Ich finde es seltsam. Und auch inhaltlich finde ich sie abstrus. Da analysiert sich die Kamenskaja einen Wolf, aber kommt plötzlich mit Erkenntnissen daher, bei denen man sich fragt:"Hä, haste da was überlesen? Beim vierten Mal? Woher weiß sie das jetzt, obwohl sie doch mit dem Betroffenen noch nicht reden konnte?"
Hoffe, ich verderbe Euch nicht den Spaß - man sollte sich ja immer ein eigenes Bild machen - aber ich werde die Marinina in Zukunft wohl Marinina sein lassen.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 12.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Auf fremdem Terrain

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: