Ein Gentleman für Mma Ramotswe von Alexander McCall Smith

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Tears of the giraffe, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Nymphenburger.
Ort & Zeit der Handlung: Botswana, 1990 - 2009.
Folge 2 der Mma-Ramotswe-Serie.

  • Edinburgh: Polygon, 2000 unter dem Titel Tears of the giraffe. 202 Seiten.
  • München: Nymphenburger, 2002. Übersetzt von Gerda Bean. 238 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004. Übersetzt von Gerda Bean. 238 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007. Übersetzt von Gerda Bean. 238 Seiten.

'Ein Gentleman für Mma Ramotswe' ist erschienen als

In Kürze:

Precious Mma Ramotswe, intelligent, pfiffig, und mit einem Hang zu philosophischen Betrachtungen, hat nach dem Tod ihres sehr geliebten Vaters genug Geld, um eine Detektivagentur aufzumachen. Dort sitzt sie oft mit ihrer Sekretärin, trinkt heißen Tee und wartet stundenlang auf Kunden. In diesem Buch »Der zweite Fall der No 1 Ladies’ Detective Agency«, kommt zum Beispiel eine Weiße in das Detektivbüro, eine Amerikanerin, die ihren vor 10 Jahren in der Wüste spurlos verschollenen Sohn sucht. Dieser Fall fordert von Mma Ramotswe ganzes detektivisches Können. Leichter dagegen ist schon der Fall des unglücklichen Ehemannes, der seine Frau der Untreue verdächtigt. Hier kommt Mma Makutsi zum Zuge, die Mma Ramotswe als hochmotivierte Hilfsdetektivin unterstützt. Zum Glück, denn auch Mma Ramotswes Privatleben hat so einige Überraschungen zu bieten …

Das meint Krimi-Couch.de: »Es war einmal …in Afrika« 20°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Die Bücher von Alexander McCall-Smith sind leichte Kost, gut zugänglich und bestens geeignet zum gemütlichen Schmökern auf der Couch. Aber während das erste Buch der Reihe (das mit dem Krokodil) noch die Grundaspekte eines Kriminalromans aufweisen konnte, ist der »Gentleman« lediglich ein modernes Märchen in Afrika geworden, der um eine Prise ansatzweise als »Fall« zu bezeichnender Ermittlungen ergänzt, aber nicht angereichert wurde.

In erster Linie knüpft der »Gentleman« an das Happy End des »Krokodils« an und führt dieses um gut 240 Seiten weiter. Alles ist schön, alles ist gut, Mma Ramotswe und Mr. J.L.B. Matekoni sind immer noch verlobt und weil man von irgendwo her gesteckt bekommt, dass eine moderne verlobte Frau von ihrem Gatten in spe einen Brillantring geschenkt bekommen muss, kaufen die beiden auch kurz später einen. Damit ist die Handlung der ersten 50 Seiten eigentlich schon umfassend wieder gegeben. Dann adoptieren die beiden noch zwei Kinder und während das Mädchen sich mehr für Motoren interessiert als der Junge, ernennt Mma Ramotswe noch schnell ihre Sekretärin zur Hilfsdetektivin. Punkt.

Tradition und Werte …gab es früher einmal

McCall-Smith benutzt eine einfache, um nicht zu sagen naive Sprache. Die Sätze sind kurz und strikt gebaut, die Bezeichnung der Personen ist stets gleich. Mr. J.L.B. Matekoni ist stets Mr. J.L.B. Matekoni, zu keiner Zeit der »alte Automechaniker« und Mma Ramotswe wird niemals salopp als »die Detektivin« genannt. Was der Autor damit zweifellos bewirkt, er bringt die mitunter unmodern wirkende, sehr edle Lebenseinstellung der Protagonisten sehr anschaulich den Lesern näher. Ihre Kritik am modernen, verdorbenen Afrika, in denen Respekt vor Familie und Verwandten sowie Würde und Stolz im Beruf nicht weit verbreitet scheinen, bekommt einen etwas antiquarischen, hoffnungslos romantischen Anstrich.

Zwei Fälle werden von der No.1 Ladies Detective Agency in diesem Buch »bearbeitet«. Eine Mutter sucht ihren seit 10 Jahren verschwundenen Sohn und ein Ehemann verdächtigt seine Frau ein außereheliches Verhältnis zu haben. Beide Fälle sind einfach gelöst, interessant ist nur, wie Mma Ramotswe ihren Klienten das Ergebnis der Ermittlungen bekannt gibt und weshalb. Spannung? Logik? Fehlanzeige.

Happy End im Li-La-Launeland

Alles läuft gut, fast perfekt sozusagen. Mma Ramotswe und Mr. J.L.B. Matekoni schweben auf Wolke Sieben und egal was sie anstellen, nichts kann ihre gute Laune erschüttern. Mit Krimi hat das ganze so gut wie nichts zu tun und die Weisheiten des Autors verleiten auch nicht zu Begeisterungsstürmen. Bleiben die Sympathiepunkte, die man für die ehrenvollen Ansichten der Hauptcharaktere aufbringen muss. Nach einem ganz guten ersten Buch muss man McCall-Smith diesen Reinfall mit dem zweiten Buch wohl nachsehen.

Ihre Meinung zu »Alexander McCall Smith: Ein Gentleman für Mma Ramotswe«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Bibliophagos zu »Alexander McCall Smith: Ein Gentleman für Mma Ramotswe« 01.10.2009
Im 2. Band der afrikanischen Miss Marple vermischen sich auf liebevolle Weise das Privatleben der Detktivin mit Ihrer Ambition - dem Lösen von schier aussichtslosen zwischenmenschlichen Fällen.
Großartig von McCall-Sm. geschrieben wird Afrika so lebendig wie eine Herde vorbeilaufender Gazellen.
Fazit: 95 Grad, unbedingt lesen nach Band 1; Afrika von seiner wärmsten Seite.
Ihr Kommentar zu Ein Gentleman für Mma Ramotswe

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: