Schwarzer Fluch von Alex Winter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Knaur.
Folge 3 der Daryl-Simmons-Serie.

  • München: Knaur, 2007. ISBN: 978-3-426-63531-5. 320 Seiten.

'Schwarzer Fluch' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Spurlos ist eine Gruppe von Forschern verschwunden. Unter ihnen der schwerkranke Martyn. Ohne medizinische Versorgung hat er so gut wie keine Überlebenschance …Zwei Aborigines, die Detective Daryl Simmons verhört, verhalten sich seltsam. Wissen sie um das Schicksal der Forschergruppe? Da Martyns Leben auf dem Spiel steht, folgt Daryl den beiden in die Wüste – ohne entsprechende Ausrüstung, ganz auf sich selbst gestellt. Ein Wettlauf auf Leben und Tod beginnt... 

Das meint Krimi-Couch.de: »Aborigine-Romantik und eine seichte Krimihandlung« 55°

Krimi-Rezension von Thorsten Sauer

Wer auf den Einband von Schwarzer Fluch schaut und Alex Winter nicht kennt, der könnte auf den naheliegenden Gedanken kommen, dass da ein waschechter Australier den Leser ins australische Outback entführen will. Wer den Klappentext liest, erlebt da eine Überraschung, Alex Winter ist Schweizer und Schwarzer Fluch ist sein mittlerweile dritter Roman um den australischen Detective Daryl Simmons.

Ein langer Marsch durch die Wüste

Dr. John Hooker, Zoologe an der University of Queensland ist nicht nur wegen seiner unkonventionellen Lehrmethoden bei den Studenten so beliebt. Wesentlich zu seiner Beliebtheit tragen auch die alljährlichen Studienreisen ins australische Outback bei, die er mit seiner Frau unternimmt und zu der er regelmäßig auserlesene Teilnehmer seiner Vorlesung einlädt. In diesem Jahr soll es zu einem bisher scheinbar völlig unerforschten Billabong – einer Wasserstelle im Outback – gehen. Doch bereits kurz nach Ankunft der Gruppe überschlagen sich die Ereignisse. Dr. Hooker wird ermordet und die restlichen Forscher verschwinden spurlos.

Wenig später findet sich der Jeep der Gruppe zweihundert Kilometer entfernt in der Wüste. Da einiges dafür spricht, dass Aborigines in den Fall verwickelt sind, wird Daryl Simmons mit den Ermittlungen betraut. Der Detective ist bei einem alten Aborigine aufgewachsen und wie kein Zweiter mit den Sitten und Gebräuchen der australischen Ureinwohner vertraut. Diese Kenntnisse hat er kurze Zeit später auch bitter nötig, als er am Billabong nicht nur die Leiche von Dr. Hooker findet, sondern auch Spuren zweier Ureinwohner, denen er in die Wüste folgt.

Abenteuerroman, Krimi oder beides?

Alex Winter hat sich bereits mit den ersten beiden Romanen eine Leserschaft erworben, die ihn für das lieben, was er auch in seinem dritten Roman wieder praktiziert: die Verbindung eines Kriminalfalls mit viel Abenteuer und einer Prise Aborigine-Romantik mit den dazu gehörenden Eingeborenenritualen. Die treuen Fans werden damit auch dieses Mal nicht enttäuscht. Anders dürfte es aber mit jenen Lesern aussehen, die sich eine spannende Krimihandlung mit exotischer Kulisse und ungewöhnlichen Protagonisten, etwa im Stile eines Eliot Pattison, erhoffen. Pattisons Romane spielen zwar in Tibet aber ihn verbindet mit Winter, dass auch er sich durch detaillierte Kenntnisse einer anderen Kultur neue Erzählmöglichkeiten schafft und seinen Romanen eine unverwechselbare Atmosphäre gibt. Doch während es Pattison gelingt, neben der Romantik einer fremden Welt, stets auch fesselnde Krimihandlungen zu entwicklen,scheitert Winter.

Die Ermittlungen beginnen streng genommen erst auf den letzten vierzig der 330 Seiten und enden reichlich vorhersehbar. Davor muss Simmons in der Wüste ums nackte Überleben kämpfen, um sich später einem Eingeborenenrat und einigen bizarren Ritualen zu stellen, bei denen es ebenfalls um Leben und Tod geht. Das alles ist nicht wirklich schlecht geschrieben. Alex Winter verbrachte einige Jahre seines Lebens in Australien und kennt offensichtlich die traditionelle Lebensweise der Aborigines. Ihm gelingen gute Beschreibungen der Landschaft und insbesondere die detaillierten Darstellungen der Tiere und Pflanzen wirken sehr gekonnt und glaubwürdig. Dennoch hat er die richtige Mischung für einen ausgewogenen Kriminalroman nicht gefunden, so dass angesichts der Abenteuerromantik, die stellenweise ins Kitschige oder allzu Phantastische abgleitet, schnell Langeweile aufkommt. So bleibt am Ende eine nur für Fans interessante Fortsetzung der vielversprechend begonnenen Serie um den australischen Detective.

Thorsten Sauer, Dezember 2007

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wendelin zu »Alex Winter: Schwarzer Fluch« 08.05.2014
Eine Gruppe von Forschern verschwindet. Die Spur führt zu einem heiligen Billabong und verliert sich 200 km entfernt in der Wüste. Die Aborigines verhalten sich merkwürdig und verweigern die Hilfe bei der Suche nach den Verschollenen. Detective Daryl Simmons, selbst ein halber Eingeborener, übernimmt den Fall und folgt 2 Eingeborenen in die endlose Wüste – ohne entsprechende Ausrüstung, ganz auf sich selbst gestellt. Schnell stößt er dabei an die eigenen Grenzen und ein Wettlauf auf Leben und Tod beginnt.

Der Krimi und die Aufklärung eines Mordes bilden in diesem Roman nur die Rahmenhandlung. Die eigentliche Frage lautet „Welches Geheimnis wollen die Aborigines um jeden Preis schützen“. Der abenteuerliche und lebensgefährliche Versuch, diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen, trägt den Spannungsbogen so gut, dass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Dabei gewährt der Roman faszinierende Einblicke in die Lebensweise der australischen Ureinwohner und deren Traumwelten.

Mit Daryl Simmons hat Alex Winter einen glaubwürdigen Protagonisten geschaffen, der den Balanceakt zwischen zwei Welten bravourös meistert. Wunderbare Schilderungen der kargen Landschaft und eine dichte Atmosphäre machen das Buch zu einem Lesegenuss.

Ich habe einen absolut fesselnden. Abenteuerroman gelesen. Bestimmt nicht mein letztes Buch von Alex Winter.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
tassieteufel zu »Alex Winter: Schwarzer Fluch« 24.12.2010
Der dritte Band um Detektive Daryl Simmons ist eigentlich mehr eine Abenteurgeschichte als ein Krimi. Als im roten Zentrum Australiens an einem abgelegenen Billanbong eine Forschergruppe verschwindet und deren Jeeps Kilometerweit entfernt in der Wüste gefunden werden, ruft das Daryl Simmons auf den Plan. Bei der Untersuchung des Billabongs stößt Simmons nicht nur auf
die Leiche von Dr. John Hooker, der die Forschergruppe leitete, sondern auch auf einige Ureinwohner, die augenscheinlich etwas zu verbergen haben. Als die Aborigines in die Wüste verschwinden, folgt Daryl ihnen ohne Ausrüstung und Vorbereitung und entdeckt erstaunliches.

Schon als ich das Buchcover sah, hatte es mir das Buch angetan. Dort sieht man Rainbowvalley wo ich selbst schon gewesen bin und viel erlebt habe. Die Landschafts und Naturbeschreibungen des Autors sind wieder äußerst gelungen, man sieht sie förmlich vor sich und wer selbst schon
mal da war, erkennt vieles wieder. Während man im zweiten Band etwas die Thematik um die Aborigines vermißt hat, erfährt man hier nun wieder jede Menge über deren Kultur, ihren Glauben und wie sie es schaffen, im unwirtlichen Outback zu überleben. Die Suche von Daryl Simmons nach den vermißten Forschern wird für den Detektiv zu einem einzigen Abenteuer, in
dessen Verlauf er sogar noch ein ungelöstes Rätsel der australischen Geschichte lösen kann!
Wie gesagt handelt es sich hier mehr um eine spannende Abenteuergeschichte als um einen Krimi. Der Krimifall läuft eher am Rand nebenher und kommt auch erst auf den letzten 40 Seiten zum tragen, wird dann allerdings rundum zufriedenstellend aufgelöst.

Fazit: wer sich für die australischen Ureinwohner interessiert und sich nicht daran stört, das man hier mehr eine Abenteuergeschichte als einen Krimi liest, wird an dem Buch viel Freude haben.
Spannend, kenntnisreich und flott geschrieben kann man hier ein paar abenteuerliche Lesestunden verbringen!
Claudia Müller zu »Alex Winter: Schwarzer Fluch« 28.09.2010
Bin soeben mit diesem Roman fertig geworden und muss sagen: Der genialste der bisherigen 3 Simmons-Krimis!!! Wenn ich könnte, würde ich 6 Sterne verteilen. Eine einzigartige Geschichte, spannend geschrieben mit tiefen Einblicken in die Welt der Aborigines. Gleichzeitig wird auch noch ein Jahrhunderte altes Rätsel der Australischen Geschichte gelüftet. Und auch der Protagonist zeigt sich von seiner sensiblen Seite. Er begibt sich sozusagen unfreiwillig auf seinen eigenen Walkabot. Wenn Thorsten Sauer der Meinung ist, bei der Geschichte würde schnell Langeweile aufkommen, so muss ich da klar widersprechen: Die Story ist spannend von Anfang bis Schluss - aber wohl klar was für Australienkenner und Liebhaber. Nebenbei: Der Vergleich mit Eliot Pattison und seinen Tibet-Romanen ist doch ziemlich gesucht, zumal Alex Winter Spannung und Faszination einer Welt ganz vortrefflich verbindet.
Nicole Diesfeld zu »Alex Winter: Schwarzer Fluch« 03.06.2008
Ich bin einer dieser Fans, die Herr Thorsten Sauer anspricht und ich gebe ihm zu einhundert Prozent recht: Ich liebe diesen dritten Teil der Geschichte um Daryl Simmons. Ich fand auch die ersten Kapitel sehr spannend, da man merkt, dass Daryl Simmons auf diesem Weg durch die Wüste sehr stark über seine doppelte Identiät "Weißer / Aborigine" reflektiert. Für Liebhaber des gut geschriebenen Krimis ein Muss!
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