Die Toten von Moonlight Bay von Alex Winter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Australien / Westaustralien, 1990 - 2009.
Folge 2 der Daryl-Simmons-Serie.

  • München: Knaur, 2006. ISBN: 978-3-426-62849-2. 298 Seiten.

'Die Toten von Moonlight Bay' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Nahe dem Leuchtturm von Moonlight Bay erscheint die geisterhaft bleiche Gestalt einer jungen Frau, genau an der Stelle, wo bereits zwei Männer den Tod gefunden haben; dann verschwindet sie spurlos. Der unkonventionelle Detective Daryl Simmons soll das Geheimnis lüften. Bei seinen Ermittlungen greift er auf jene besonderen Kenntnisse zurück, die er einem Aborigine-Lehrmeister verdankt. Doch er stößt auf eine Mauer des Schweigens …

Das meint Krimi-Couch.de: »Die Faszination des ersten Falles fehlt« 80°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Daryl Simmons ist der Mann für besondere Fälle. Als halber Aborigine mit besonderen Fähigkeiten ist ihm der normale Polizeidienst zu stupide. So wird er immer dorthin geschickt, wo sich ungewöhnliche Verbrechen ereignet haben und die ermittelnden Beamten nicht mehr weiterkommen. Sein 2. Fall führt ihn in den Südwesten des australischen Kontinents in den kleinen Küstenort Moonlight Bay, wo das Wetter zu dieser Jahreszeit alles andere als einladend und Simmons Tarnung als Tourist schon etwas ungewöhnlich ist.

Fünf Jahre ist es her, dass John Grammar vom Leuchtturm von Moonlight Bay zu Tode gestürzt war. Es konnte niemals geklärt werden, ob es sich um einen Unfall handelte oder ob er Selbstmord begangen hatte. Seit dieser Zeit ist der Turm dem zuständigen Inspektor des Schifffahrtsamtes unheimlich. Das stürmische regnerische Wetter tat ein übriges dazu, dass die diesjähige Inspektion alles andere als angenehm war. Als er den Turm aufschließen wollte, bemerkte er, dass der Schlüssel von innen steckte. Er lief um den Turm herum und stolperte wieder über eine Leiche. Der Tote war Tom Grammar, Johns Sohn. In seiner Panik sah er plötzlich durch den Regen bei den Klippen eine schemenhafte Frauengestalt in einem weißen Gewand, die genauso schnell wie sie aufgetaucht war auch wieder verschwand.

Doch das sind nicht die einzigen seltsamen Dinge, die in Moonlight Bay geschehen sind. Simmons lernt im Pub George Markham kennen, einen Trinker. George ist vom Schicksal arg gebeutelt. Zuerst starb seine Frau, nachdem sie in ihrem Auto von einer Schlange gebissen wurde. Als er sich wieder etwas gefangen hatte, verschwand seine Tochter spurlos. Auch Mary, die Tochter des fanatischen Reverends, ist mit 15 Jahren plötzlich verschwunden. Einige der Bewohner behaupten, dass es sich bei der Erscheinung der Frau an den Klippen, der bereits mehrmals gesehen wurde, um Mary handelt.

Bei der Inspizierung des Leuchtturms bemerkt Simmons selber die mysteriöse Erscheinung. Als er Nachforschungen anstellt, wohin die Frau verschwinden konnte, macht er eine Entdeckung, die Licht in einige Unklarheiten bringt. Doch seine Tarnung fliegt auf und er gerät in große Gefahr.

Die stürmische Küste ist so gar nicht die Gegend, in der Daryl Simmons seine Fähigkeiten ausspielen kann. Er stammt aus dem Outback, dem Landesinneren, wo er Spuren zu deuten weiß, die ein gewöhnlicher Mensch überhaupt nicht erkennt. Hier muß er sich von Einheimischen die Tricks beim Angeln zeigen lassen. Doch sein psychologisches Einfühlungsvermögen hilft dem sympathischen Polizisten, das Vertrauen der Leute zu gewinnen und so kommt er schnell zu wichtigen Informationen, die ihn Schritt für Schritt der Lösung des Falles näherbringen.

Der Roman bietet wieder einen gut durchdachten Plot und viel Spannung. Die Charaktere rutschen leider ein wenig ins Klischeehafte ab. So wie man bereits Simmons’ cholerischen Chef kennengelernt hat, stellt der Autor Sergeant Walker, dem netten Polizisten der Stadt, einen ebenso unfähigen wie unsysmpathischen Vorgesetzten gegenüber. Und der fanatische Reverend Reed verdammt jeden, der nicht ebenso wie er selbst alleine auf Gott vertraut,

Die Toten von Moonlight Bay bietet eine völlig andere Atmosphäre als Simmons’ 1. Fall Ein Gespür für Mord. Dies zeigt zwar, dass Alex Winter sich nicht in einer Schiene festfahren will, doch fehlt leider die Faszination, die im Vorgänger so begeistern konnte. Vom  Flair der Mythen über die Aborigines bleibt leider wenig übrig. Damit bleibt zwar immer noch ein sehr guter Krimi, aber eben kein ungewöhnlicher, sondern ein ziemlich normaler Krimi.

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PMelittaM zu »Alex Winter: Die Toten von Moonlight Bay« 27.03.2016
In den letzten fünf Jahren gab es in Moonlight Bay zwei unklare Todesfälle und zwei verschwundene Mädchen, zudem treibt sich ein Geist in der Nähe des Leuchtturms herum. Auf Grund des letzten Todesfalls wird Daryl Simmons nach Moonlight Bay geschickt, wo er undercover ermitteln soll.

Der zweite Teil der Daryl-Simmons-Reihe führt an die australische Küste. Wie schon im Vorgängerroman fängt Alex Winter die Stimmung der Landschaft und der Bevölkerung sehr gut ein. Ich fühle mich in seinen Büchern, als sei ich selbst dort, ich kann die Gegend und die Menschen regelrecht vor mir sehen, ich gehe mit Daryl fischen, erforsche mit ihm eine Höhle und lerne mit ihm die Bevölkerung kennen.

Sehr gut hat Alex Winter mir vor allem Daryls Gefühle nahe gebracht. Besonders eingängig finde ich, wie seine Klaustrophobie beschrieben wird und seine Versuche dagegen anzukämpfen. Daryl, der als Weißer in einen Aborigine-Stamm aufgenommen wurde, kommen immer wieder seine Fähigkeiten, die er der Ausbildung durch seinen Mentor bei den Eingeborenen verdankt, zu Gute. Seine Ermittlungen sind daher besonders, wenn auch nicht immer ganz auf dem Boden der Legalität. Da seine Ergebnisse letztlich für sich sprechen, wird er von seinem Vorgesetzten jedoch immer wieder eingesetzt und zwar in der Regel undercover. So sind mittlerweile bereits sechs Romane in der Reihe erschienen.

Der Fall ist interessant und bietet Möglichkeiten mit zu rätseln, wobei es nicht nur um das „Wer“ und das „Warum“, sondern auch um das „Wie“ geht. Die Auflösung finde ich gut nachvollziehbar.

Mir hat der Roman einige vergnügliche und interessante Lesestunden beschert und ich empfehle ihn gerne weiter, nicht nur, aber besonders jenen, die sich während einer Lektüre auch gerne mit Land und Leuten auseinandersetzen. Besonders gut hat mir als altem Arthur-Upfield-Fan in diesem Band übrigens die Hommage auf dessen Kommissar Bony gefallen, zumal Daryl für mich ein moderner Bony ist.
tassieteufel zu »Alex Winter: Die Toten von Moonlight Bay« 16.12.2010
Sein zweiter Fall führt Detective Simmons an die Südküste von Westaustralien in den kleinen Ort Monnlight Bay. Dort sind einige seltsame Unfälle passiert und ein Geist treibt sein Unwesen, also genau der richtige Fall für den unkonventionellen Simmons,der hinter den Unfällen Mord vermutet.
Bei seinen Ermittlungen stößt er zunächst auf eine Mauer des Schweigens, scheinbar gibt es in Monnlight Bay eine Reihe von Leuten, die etwas zu verbergen haben und mit unermüdlicher Geduld gelingt es Daryl Simmons auch diesmal, den verzwickten Fall zu lösen, bei dessen Ermittlungen er mehr als einmal in Lebensgefahr gerät.
Die Atmosphäre an der stürmischen Südküste in diesem Buch unterscheidet sich völlig von der im ersten Teil beschriebenen im australischen Outback. Der Autor läßt damit den zweiten Teil
nicht nach dem gleichen Muster ablaufen, was mir an sich ja bei Krimireihen sehr gut gefällt, doch irgendwie hab ich hier das Gefühl gehabt, das Simmons irgendwie Fehl am Platze war und es fehlte eindeutig das Outbackflair und der exotische Zauber der von der Kultur und den Mythen
der Aborigines ausgehen und die einen großen Reiz des ersten Teiles ausmachten. Trotzdem ist das Buch spannend von der ersten Seite an, der Plot ist so konstruiert,das man ihn nur schwer
durchschauen kann und immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt wird. Der Hintergrund um den Satanismus wird ganz gut mit der Handlung verwoben. Sicher hätte die Thematik noch etwas
ausführlicher behandelt werden können, aber das ist sicher Ansichtssache, für mich war das so ok und mit der vorliegenden Auflösung wurden auch alle Fragen beatwortet.
Gut gefallen hat mir auch wieder die Charakterzeichnung der Figuren. Sicher ist Segant Walkers Vorgesetzter ein wenig klischeebeladen, aber die restlichen Figuren sind recht vielschichtig dargestellt, so daß genügend Spielraum für die einzelnen Beweggründe der Personen bleibt.

Fazit: auch wenn ein wenig das Flair des ersten Teiles fehlt, so ist das Buch durchweg spannend, der Fall geschickt konstruiert und die Charaktere interessant, eine gelungene Fortsetzung!
Claudia Müller zu »Alex Winter: Die Toten von Moonlight Bay« 28.09.2010
Finde auch, dass dies ein recht ungewöhnlicher Australien-Roman ist. Aber nachdem ich kürzlich im Südwesten Australiens unterwegs war, muss ich sagen - grossartig, wie Alex Winter die Stimmung diesert Gegend einfängt und erst noch in einen spannenden, düsteren Krimi packt.
Im Moment bin ich an Band 3, und der ist gleich nochmals anders, spielt er doch in der Wüste unter Aborigines. Eins scheint klar: der Autor hat ein profundes Wissen über Australien und muss sich daher nicht auf ein Gebiet festlegen.
D. Vanoni zu »Alex Winter: Die Toten von Moonlight Bay« 02.04.2006
Als ebenfalls begeisterter Australien- (und Bony-) Fan kann ich mich der Meinung von Grete nicht anschließen. Ein ganz anderer Krimi als "Ein Gespür für Mord", zugegeben - aber nicht minder spannend! Wiederum eindrückliche Landschaftsbeschreibungen, und auch die Verbindung zu Daryls Aborigine-Herkunft fehlt nicht. Geschickt lässt Winter Rückblenden in Daryl Simmons Jugend bei den Aborigines in den Handlungsablauf einfließen und lässt seinen Protagonisten auch diesen Fall mit seinem Aborigine-Wissen lösen. Australien ist groß, und diesmal handelt die Geschichte in einem weniger bekannten Teil down unders - was die fesselnde und klug aufgebaute Story aber nur noch spannender und unheimlicher macht. Wie auch Arthur W. Upfield scheint sich Winter nicht nur auf das Outback als Schauplatz für seine Krimis beschränken zu wollen: Das bringt Abwechslung! Laut Webseite des Autors wird der 3. Band dann wieder im Outback handeln. Aber ob Busch oder kleines Fischerdorf - Simmons macht Lust auf mehr!!!
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
grete zu »Alex Winter: Die Toten von Moonlight Bay« 30.03.2006
Als begeisterter Australienfan hatte ich mich gefreut, dass es nun einen "modernen Upfield" gibt. Aber leider muss ich nun sagen: Ich habe mich getäuscht! Der erste Fall war klasse, dieser Nachfolgeband aber erfüllt keineswegs die Erwartungen. Er könnte überall an einer Küste spiele, wenn es denn dort Leuchttürme gibt (und das ist ja immer der Fall.) Aber nicht nur das australische Ambiente vermisse ich, sondern auch die Mischung Weißer mit Aboriginalwurzeln, die mich im 1. Band so fasziniert hat. Mein Fazit: Enttäuschend! (Das gilt auch hinsichtlich Krimihandlung usw.)
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