Blutbeichte von Alex Barclay

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The Caller, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Lübbe.
Folge 2 der Joe-Lucchesi-Serie.

  • London: HarperCollins, 2007 unter dem Titel The Caller. 333 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2007. Übersetzt von Karin Meddekis. ISBN: 978-3-7857-2297-8. 333 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2009. Übersetzt von Karin Meddekis. ISBN: 978-3-404-16280-2. 333 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008. Gesprochen von Sascha Rotermund. ISBN: 3-7857-3358-5. 5 CDs.

'Blutbeichte' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Die New Yorker Polizei findet die entstellte Leiche eines Mannes und glaubt zunächst an einen Einzelmord. Doch Detective Joe Lucchesi entdeckt in der Vergangenheit ähnliche Fälle. Der Mörder treibt schon lange sein Unwesen. Er tötet brutal und hinterlässt keine Spuren. Seinen Opfern ringt er eine Beichte ab – eine Blutbeichte. Am Telefon müssen sie ihren Liebsten die Lügen ihres Lebens gestehen. Dann richtet er sie hin. Lucchesi fehlt jede Spur, bis er einen Brief des Mörders erhält. Der Absender auf dem Umschlag führt zu einer geistesgestörten Frau und einem einsam lebenden Reporter. Sie sind scheinbar die einzigen Opfer, die dem Killer entkommen konnten. Oder steckt einer von ihnen selbst hinter den Morden? Lucchesi kann ihnen nicht trauen, doch sie sind sein einziger Anhaltspunkt, will er die Mordserie beenden. 

Das meint Krimi-Couch.de: »Potential nach oben« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Detective Joe Lucchesi und sein Partner Danny Markey stehen in ihrem aktuellen Fall einem beonders brutalen Serienmörder gegenüber, der seinen Opfern zunächst das Gesicht zertrümmert bevor er sie erschießt. Als Ethan Lowry tot in seiner Wohnung aufgefunden wird hoffen die Ermittler zunächst auf einen Einzelfall, doch recht bald melden zwei weitere Reviere ähnliche Morde. Dabei hat der Mörder offenbar seine Opfer gezwungen, kurz vor deren Tod einer ihnen nahestehenden Person seine größte Sünde zu beichten (so viel zu der reißerischen deutschen Titelübersetzung des Originals »The Caller«).

Während Lucchesi dienstlich nur schwer voran kommt, gerät sein Privatleben zunehmend aus der Bahn. Er selber verschiebt immer wieder eine dringende Operation, seine Frau Anna hat große psyschiche Probleme und Sohn Shaun gibt sich zunehmend Alkoholeskapaden hin, da er den Tod seiner Freundin nicht verwinden kann. Damit nicht genug, meldet sich bei Lucchesi auch noch ein alter Bekannter, der Killer Duke Rawlins, dem es schon einmal fast gelungen wäre, Lucchesis Familie auszulöschen.

Erste Spuren führen Lucchesi zu einem Heim, in dem Patienten mit schweren Schädel-Hirn-Verletzungen behandelt werden. Einer der Mitarbeiter lässt der Polizei verwirrende Schreiben zukommen, die Bezug auf die Morde nehmen. Doch als ihn die Polizisten verhaften stellt sich heraus, dass er nur der Bote einer der Patientinnen war. Sollte diese Opfer des sogenannten »Besuchers« gewesen sein und dessen Angriff überlebt haben? Wenig später meldet sich ein Mann bei Lucchesi der vorgibt, ebenfalls Opfer des »Besuchers« gewesen zu sein …

»Blutbeichte« baut sehr stark auf dem Debütroman »Schattenturm« auf.

Wer den Debütroman »Schattenturm« von Alex Barclay noch nicht gelesen hat, aber noch lesen möchte, der muss (!) an dieser Stelle mit dem Lesen dieser Rezension aufhören, denn die Autorin setzt ihren zweiten Roman mit Detective Joe Lucchesi dort fort, wo der erste aufhört. Also nochmal: Hier aufhören, wenn …

Wer »Schattenturm« nicht gelesen hat, muss nicht unbedingt wissen, was vor einigen Monaten in Irland passierte, denn Alex Barclay gibt eine ausführliche Zusammenfassung der damaligen Ereignisse. So erspart man sich nachträglich die Lektüre des Debütromans, denn jegliche Spannung diesbezüglich ist weg. Allerdings funktioniert der zweite Band für sich alleine und dies sogar erfreulich gut. Nicht, dass Alex Barclay das Genre neu erfinden würde, aber dennoch liefert die gebürtige Irin einen grundsoliden Mainstream-Thriller ab, der dank einiger Blindspuren und einer gelungenen Side-Story in der Masse der Neuerscheinungen durchaus positiv auffällt.

Sympathischer Ermittler, gut recherchierte Fakten.

Mit Detective Joe Lucchesi betritt also zum zweiten Mal ein noch nahezu unbekannter Ermittler die Bühne und da dessen Privatleben, dessen Probleme allesamt aus der Zeit von »Schattenturm« stammen, umfangreich beleuchtet wird, hat dieser ein sehr hohes Identifikationspotential. Ja, mit diesem Detective kann man wahrlich mitfiebern und dies nicht nur, weil er Angst vor einer bevorstehenden Operation hat. Ein Killer, der Joes Frau Anna schon einmal in seiner Gewalt und damals schwer misshandelt hatte, ist noch immer auf freiem Fuß und bedroht Lucchesi erneut. Zunehmend macht diesem sein Sohn Shaun zu schaffen, der den Tod seiner Freundin Katie, an dem er sich mitschuldig fühlt, kaum verwinden kann. Annas psychologische Probleme sorgen ebenfalls dafür, dass in diesem ohnehin recht kurzem Buch, der eigentliche Krimi-Plot ein ums andere Mal pausieren muss. Aber viele Leser möchten ja auch gerne mehr über die handelnden Figuren erfahren und so ist diese Mischung durchaus verträglich.

Der Krimi selber vermag zu überzeugen. Die Autorin hat ordentlich recherchiert und bietet ebenso detaillierte Einblicke in die Arbeit der Mordkommission des NYPD wie in die Behandlungsmethoden von Patientin mit schwersten Schädel-Hirn-Verletzungen oder die Arbeitsweise von Dentallaboren. Zwar mag bei dem ein oder anderen Leser direkt beim ersten Auftritt des gesuchten Mörders der sprichwörtliche Groschen fallen, dennoch bleiben Zweifel übrig. Mehrere Lösungsmöglichkeiten drängen sich immer wieder auf und so bleibt es durchaus bis zum überraschenden Finale, welches einem nicht zusagen muss, spannend. Ein klarer Minuspunkt bleibt allerdings, denn einige Handlungsstränge werden nicht aufgelöst, was nur in einem Fall verständlich ist.

Jörg Kijanski, November 2007

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Esther P. zu »Alex Barclay: Blutbeichte« 21.03.2013
Wehe ... wehe . wenn ich auf das Ende sehe .

Das Buch fängt relativ gut an, spannend, aber zwischendurch wird es immer mehr von der Lebensgeschichte des lei(d)tenden Ermttlerseingeholt und es liest sich nach gut der Hälfte nur noch wie Kaugummi.

Das Ende ist völlig wahnsinnig. Auch so wirr geschrieben daß man völlig die Übersicht verliert. Wenn ich die vorherigen Anmerkungen so lese dann bin ich nicht die Einzige welche Schwierigkeiten hatte mit der Auflösung.

Ich muß aber dazu sagen daß die Geschichte an sich ud die mtwirkenden Personen sehr gut beschrieben werden und man aus dieser Geschichte sicherlich ein noch besseres Buch hätte machen können.
Marie zu »Alex Barclay: Blutbeichte« 08.11.2010
Ich,als Lesemuffel habe mir das buch gekauft weil es sehr spannend klang. Zuvor hatte ich es meiner freundin ausgehändigt, doch ihr war es zu "Blutverschmiert". Also las ich das Buch und war absolut fasziniert. Die ganze Handlung, die Personen und die Geheimnisse waren fantastisch. Ich las dieses große Buch mit Freunde. Ebenfalls kann ich es kaum erwarten, neue Bücher von Alex Barclay zu lesen. Jedoch sollten diese um Joe Luchessie handeln, denn mit dieser Handlung konnte ich mich sofort identifizieren. Ich bin einfach gespannt ob und wie es weiter geht. Ich hätte nie für möglich gehalten, das ich in 15 Tagen die vielen Seiten durchgelesen habe.
Neele zu »Alex Barclay: Blutbeichte« 23.10.2010
Ich habe dieses Buch verschlungen - innerhalb von 5 Tagen hatte ich es durch. "Blutbeichte" ist ein durch und durch spannendes Buch, auch wenn man erst am Ende erkennt, wie manche Fäden zusammen gehören.
Zwar ist dies der zweite Band, in dem Joe Lucchesi eine Rolle spielt, doch versteht man diesen Band auch ohne, dass man den ersten gelesen hat.
Doch neben dem wirklich spannenden Hauptplot erstreckt sich noch ein Nebenplot, der einme einen Einblick in das Privatleben des Ermittlers gewährt. Doch ist dieser nicht wichtig und nahm meiner Meinung ein wenig von dem Lesefluss.

Aber trotz dass dieses Buch ein Paar negative Seiten hat, finde ich es gut und empfehlenswert.
Samoa zu »Alex Barclay: Blutbeichte« 02.10.2010
Und der Kreis wurde nicht rund…
Die anfängliche Spannung des mutmaßlich vielversprechenden Plots versandet allerdings gekonnt.
Zwar durchweg flüssig geschrieben, jedoch mit bedauerlicherweise äußerst oberflächlich charakterisierten Personen.
Die Haupthandlung wird immer wieder störend durch kurze Quereinlassungen unterbrochen, kombiniert mit Rückblenden und vagen Andeutungen, die letztlich wenig zur Erhellung beitragen.
Schlussendlich blickt der Leser ernüchtert auf reichlich lose Handlungsfäden, die weder zusammengeführt, noch aufgelöst, noch begründet bzw. erklärt werden.
Das überraschend hastige und nebulöse Finale endet obendrein enttäuschend mit ermüdend unpassendem Pathos. 51°
Bume zu »Alex Barclay: Blutbeichte« 18.01.2010
Entweder habe ich beim Lesen am Ende aus Versehen eine Seite überschlagen, oder ich hab die Auflösung nicht wirklich verstanden. Es wird am Ende nicht darauf eingegangen, wer letzendlich die Morde mit dem Hammer begangen hat, oder!? Ich bin verwirrt. Ich war am Anfang sehr begeistert von dem Buch, war gegen Ende allerdings nur noch verwirrt, weil es keine richtige Aufkläreung gibt. Oder hab ich da wirklich was überlesen?
frollein zu »Alex Barclay: Blutbeichte« 08.03.2008
Oh je, ich lese immer Bücher der Reihe nach und hatte mit Blutbeichte angefangen, da hier die Reihenfolge so angegeben war. Naja. Man versteht auch so die schlimme Vergagnegnheit von Anna und Joe, es wird ja oft genug drauf eingegangen.
Ich finde das Buch nich schlecht, habe aber schon bessere gelesen. Manchmal ist es schwer der Geschichte zu folgen, weil Personen auftauchen, die man nicht zuordnen kann.
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