Tanz mit dem Engel von Åke Edwardson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Econ-und-List-Taschenbuch-Verlag.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Göteborg & Großbritannien / London, 1990 - heute.
Folge 1 der Erik-Winter-Serie.

  • Stockholm: Norstedt, 1997. 434 Seiten.
  • München: Econ-und-List-Taschenbuch-Verlag, 1999. Übersetzt von Wolfdietrich Müller. ISBN: 3-612-27448-1. 434 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2004. Übersetzt von Wolfdietrich Müller. ISBN: 3-548-84002-7. 440 Seiten.
  • Berlin: List, 2006. Übersetzt von Wolfdietrich Müller. ISBN: 978-3-548-60670-5. 448 Seiten.
  • Berlin: List, 2009. Übersetzt von Wolfdietrich Müller. ISBN: 978-3-548-60846-4. 434 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Ullstein, 2001. Gesprochen von Manfred Zapatka. ISBN: 3-550-09538-4. 4 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2001. Gesprochen von Manfred Zapatka. ISBN: 3866042833. 4 CDs.

'Tanz mit dem Engel' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein junger schwedischer Tourist wird in einem Hotelzimmer im Londoner Süden brutal ermordert. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord auf dieselbe sadistische Weise in Göteborg. Diesmal ist ein junger Engländer das Opfer. Besteht eine Verbindung zwischen den beiden Verbrechern? Und warum fand an beiden Tatorten eine Art Ritualtanz statt? Spuren eines Kamerastativs deuten auf eine Verbindung zur Real-Hardcore-Pornoszene hin. Der erfolgsverwöhnte Erik Winter, durchgestylter und zigarillorauchender Göteborger Hauptkommissar, arbeitet zusammen mit seinem Lononder Kollegen Macdonald an der Aufklärung der grausamen Verbrechen. Bald muss er feststellen, dass der Mann, der den tödlichen Tanz mit dem Engel perfekt beherrscht, ihm viel näher steht, als erwartet.

Das meint Krimi-Couch.de: »Man liest, spürt, wie sich die Kanten glätten und die Handlung plötzlich Gestalt annimmt« 80°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

London. Ein Hotelzimmer. Ein schwedischer Junge sitzt auf einem Hocker. Gefesselt. Geknebelt. Und das zweischneidige Messer des Unholds mit der Maske dringt in sein Fleisch. Der Boden ist von seinem Blut besudelt. Mit jedem Schnitt rinnt es wärmer an seinem Körper hinunter. Bis er sein Leben aushaucht.

Nur Tage später. Schweden. Göteborg. Und wieder dieses schaurige Szenario. Doch diesmal ist es ein junger englischer Tourist, zu Tode gequält auf die selbe schaurige Art. Die Spuren im Blut deuten darauf hin, dass dieser Mord gefilmt wurde. Gefilmt für diejenigen, denen nur mehr der Anblick des furchtbaren Todes einen Kick geben kann.

Kommissar Erik Winter und sein schwedisches Team ermitteln in Göteborg. Der junge Kriminalist, Starermittler und erfolgsverwöhnt, gekleidet in Designerklamotten, nimmt die Recherchen auf. Er ist unmittelbar betroffen, denn der junge Schwede in London ist das Kind eines seiner Nachbarn. Winter ahnt, dass diese Verbrechen einen Zusammenhang haben. Er weiß, dass er auf einen Fehler warten muss. Er weiß, dass es dazu noch mindestens eine Leiche braucht. Und er bekommt sie.

Die Spur führt nach London. Winter nimmt Kontakt auf mit seinem dortigen Kollegen Macdonald. Und er setzt sich in das nächste Flugzeug, um neue Erkenntnisse zu finden, zu sehen, was er schon in Göteborg nicht sehen wollte. Und auch hier wird Winter unmittelbarer Zeuge des nächsten Mordes.

In der Zwischenzeit bleiben die Kollegen in Göteborg nicht untätig. Besonders einer der jungen Beamten legt sich ins Zeug. Geht in die Klubs, wo die Frauen auf den Tischen tanzen und mit den Gästen in die Hinterzimmer verschwinden, und erwirbt das Vertrauen einer dieser Frauen. Als sie ihm einen Namen nennt, ermittelt er auf eigene Faust und stößt auf den Teufel, weil er dem tanzenden Engel gefolgt ist.

Die Fäden laufen zusammen. Steinchen um Steinchen fügen die Kriminalisten aus Schweden und Großbritannien das Mosaik zu einem Bild, bis aus Ahnungen Zweifel, aus Zweifel Hoffnung und aus Hoffnung traurige Gewissheit wird.

Ake Edwardson, 1953 geboren, war Journalist und für die Uno im Nahen Osten unterwegs. Heute ist er Schriftsteller und Professor für Kreatives Schreiben an der Universität Göteborg. Dass er darüber hinaus freundschaftliche Kontakte in die Göteborger Polizeizentrale hat, merkt man bei diesem Krimi an jeder Ecke, denn wie kein zweiter Krimiautor beschreibt er die Polizeiarbeit und vor allem die Psyche der Polizisten bei ihrem oftmals so grausigen Job.

Edwardsons Sprache ist ungewöhnlich. Seine Sätze sind kurz. Oftmals zu kurz. Dialoge werden mehr angedeutet, als gesprochen. Ein-Wort-Sätze, Zwei-Wort-Antworten, und dazwischen Schweigen. Triste, düstere Tage mit ebenso tristen, düsteren Gedanken. So als würden Nebel über Land und Gehirn gebreitet sein. Zwischendurch fällt ein Sonnenstrahl ein und dann läuft die Handlung wieder für wenige Seiten.

Ich habe mir beim Lesen des Buches besonders auf den ersten fünfzig Seiten unheimlich schwer getan. Manchmal wollte ich das Buch einfach zur Seite legen und vergessen, aber da war dieser Reiz, dieses Wissen wollen, als wäre ich selbst Ermittler. Edwardsons magere Worte verfehlen nicht ihre Wirkung. Vieles bleibt nur angedeutet, manches wird dem Leser bis zum Schluss nicht klar und obwohl der Roman an allen Ecken und Enden hakt, liest man, spürt, wie sich die Kanten glätten und die Handlung plötzlich Gestalt annimmt.

Warum mich dieses Buch gefesselt hat, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es einfach dieses schreiberische Anderssein. Anders als die Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Irgendwie einfach Edwardson.

Das meinen andere:

»Eine erzdunkle, schnellschnittige, harte Ballade.« (Die Welt)

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nina zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 11.02.2010
Das Buch ist so miserabel, dass ich es nach Seite 84 verbannt habe. Sinnlose Dialoge, charakterlose Hauptdarsteller, verwirrende Städtesprünge. Wenn ich hinten den Klapptext nicht durchgelesen hätte, wüsste ich gar nicht um welche Geschichte es sich handelt. Wie man 80 Grad vergeben kann, ist mir ein Rätsel. Ich liebe Reichs, Slaughter u.a. andere GUTE skandinavische Autoren, wie zB Indriaddson oder Mankell. Aber DAS ist einfach nur grauenhaft.
Kasia zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 23.09.2009
Ich hab mir das Buch gekauft, obwohl ich auf der KC die Kommentare der anderen Leser gelesen habe. Ich verstehe eigentlich nicht so ganz, weshalb das Buch bei den anderen nicht so punkten konnte.
Vielleicht weil "Tanz mit dem Engel" der erste Winter-Roman ist und ich die anderen je nach Kauf und Gelegenheit schon vorher gelesen und somit Erik Winter kennengelernt habe???
Die Geschichte der Jungs, die auf die gleiche brutale Weise, jedoch in 2 verschiedenen Ländern erzählt wird finde ich persönlich sehr spannend.
Ebenfalls die Ermittlungs- und Zusammenarbeit von den Briten und Schweden (meine beiden Lieblings-Krimi-Ländern).
Das Buch lässt sich sehr gut lesen und enthält, meiner Meinung nach, keine überflüssigen Zeilen.
Winter ist eine interessante Persönlichkeit. Auch wegen seines arroganten und exzentrischen Auftretens. Die optische Beschreibung der Hauptfigur (vielleicht sollte man daher eine Reihe mit Band 1 beginnen?) fand ich interessant, denn sie entsprach überhaupt nicht meinen Vorstellungen.
Ich finde, dass es sich durchaus lohnt das Buch zu lesen.
Edwardsons Sprache und seinen Wortgebrauch empfinde ich nach so vielen gelesenen Romanen wie Poesie.
85°
Wallace zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 10.02.2009
Das war wahrscheinlich der schlechteste Krimi, den ich je zu Ende gelesen habe. Die einzige Spannung besteht in der Frage, wer nun der Täter war. Sonst hätte ich das Buch längst an die Wand geworfen. Von Ermittlungen kann keine Rede sein. Die Sprache nähert sich an einigen Stellen der Sinnlosigkeit. Hohlspiegelverdächtig.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Leo zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 09.12.2008
Man kann es mit der Coolness auch übertreiben. Nach dreißig Seiten wird das zur Plage. Besonders, wenn zwischen der Sprache des Erzählers und den Dialogen nicht differenziert wird. Manche Dialoge sind etwas hirnrissig und so gut wie ohne relevante Aussagen. Teilweise erinnern sie mich stark an das Geblubber aus Loriots Badewanne. Vom lieben Herrn Winter wünscht man sich eine etwas detailliertere Charakterisierung. Nur Eitelkeit, Herumbocken und Gelaber über Jazz und handgenähte Schuhe ist zu wenig.
Der Krimi an sich macht in diesem Buch etwa zwanzig Prozent aus. Von Ermittlungen sind nur Andeutungen und das Herumgekrame in Stripplokalen zu bemerken, die den armen Ermittler auch noch wortlos und halbtot machen.
Bemerkenswert der Satz auf Seite 373:
"Soviel ist auf Grund von Plumpheiten, von Unkenntnis in die Binsen gegangen."
Bravo zu dieser Erkenntnis.
Mal sehen, wie der nächste Krimi von Edwardson ist. Die angestrengte Angeberei wird er doch mal lassen!?
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
BeGo zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 07.12.2008
Gerade hatte ich einen Lisa Jackson nach dreißig Seiten an die Wand geschmissen und war am verzweifeln. Gibts wirklich nur noch dieses drittklassige 08/15 Geschreibsel mit im Gebüsch lauernden Psychopathen, die "langmähnige rote und kastanienbraune" Schöne an die Gurgel wollen?
Nein! Die Post brachte im rechten Moment sechs eben ersteigerte Ake Edwardsons. Schon die ersten Seiten waren Labsal und beruhigten mich. Winter könnte zwar etwas weniger verjuppt sein, aber der Mensch hat nun mal seine Schwächen. (Wo hat er sein Geld her, der Vater lebt doch noch?) Ich bin gespannt, ob Edwardson die Qualität bei behält.
pescheg zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 18.08.2008
«Tanz mit dem Engel» hat mich gelangweilt und doch fasziniert. Ich fand es unerträglich, wie lange praktisch nichts passierte und wie viel immer wieder im Unklaren blieb. Interessant ist aber die Figur des Kommissars Erik Winter, und auch die sich langsam entwickelnde Freundschaft mit seinem Londoner Kollegen hat ihren Reiz.

Eigentlich habe ich mich während der Lektüre immer etwas geärgert und trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen. Was genau diesen zwiespältigen Eindruck hervorrief, konnte ich aber nicht herausfinden. Leider fehlen Edwardson der Drive und die deprimierende Stimmung, welche Mankells Wallander-Krimis jeweils entwickeln. In Sachen Brutalität ist Edwardson jedoch Mankell ebenbürtig.
theili zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 29.07.2008
Der Schreibstil (die kurzen Sätze, die Gedankensprünge) von Edwardson hat mir zu Beginn des Buches einige Mühe bereitet. Doch nach den ersten 50 Seiten habe ich mich daran gewöhnt. Der Fall ist hoch interessant, Erik Winter für einmal nicht der typische Kommissar (geschieden, schlecht gelaunt...). Ich werde sicher noch mehr Bücher von Åke Edwardson lesen. Schweden ist ein gutes "Pflaster" für hochwertige Krimiliteraur.
Heaven23 zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 03.03.2008
Die Idee an sich versprach ziemlich viel - aber richtig gelungen ist des dem Autor leider nicht. Es lässt sich zwar gut lesen, aber der Stil an sich ist sehr gewöhnungsbedürftig, die Charaktere werden ziemlich aalglatt dargestellt.
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Peer B. zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 24.07.2007
Der Stil von Ake Edwardson ist extrem schwierig zu lesen oder es liegt an der Übersetzung? Ich habe mich noch nie so schwer getan einen Roman zuende zu lesen! Henning Mankell ist meiner Meinung deutlich besser und flüssiger zu lesen. Ab dem zweiten Roman von Edwardson geht es etwas besser und ich versuche jetzt den vierten " In alle Ewigkeit". Aber ich halte Ake Edwardson für zu hoch gelobt!
timothyK zu »Åke Edwardson: Tanz mit dem Engel« 23.05.2007
Nun ja. Der Roman hat mich gut unterhalten, aber nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Die Idee einer parallelelen Mordserie mit zwei Ermittlern in unterschiedlichen Städten hat mir gefallen, aber Edwardsons Erzählstil ist etwas gewöhnungsbeürftig. Ebenso wie Kommissar Winter, der für meinen Geschmack ein bißchen zu glatt ist. Aber ich werd wohl gelegentlich mal wieder zu Edwardson greifen.

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