Das vertauschte Gesicht von Ake Edwardson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Sol och skugga, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Claasen.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 3 der Erik-Winter-Serie.

  • Stockholm: Norstedt, 1999 unter dem Titel Sol och skugga. 403 Seiten.
  • München: Claasen, 2001. Übersetzt von Angelika Kutsch. ISBN: 3-546-00240-7. 447 Seiten.
  • München: Ullstein, 2002. Übersetzt von Angelika Kutsch. ISBN: 3-548-60221-5. 447 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2004. Übersetzt von Angelika Kutsch. ISBN: 3-548-60522-2. 447 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2006. Übersetzt von Angelika Kutsch. ISBN: 978-3-548-60672-9. 464 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Ullstein, 2002. Gesprochen von Manfred Zapatka. ISBN: 3-550-09058-7. 4 CDs.

'Das vertauschte Gesicht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Kommissar Erik Winter stehen kurz vor dem Jahrtausendwechsel wichtige persönliche Veränderungen ins Haus. Und doch muss er sein ganzes psychologisches Gespür aufbringen für die Ermittlung in einem grausigen Mordfall – erst recht, als der offensichtlich geistesgestörte Mörder beginnt, Winter selbst in den Fall zu verwickeln.

Das meint Krimi-Couch.de: »Nicht mehr als knapper Durchschnitt« 52°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Der Roman beginnt zunächst sehr privat. Angela, die Freundin des Kommissars Erik Winter ist schwanger und bereitet sich gerade auf ihren Umzug in die Wohnung ihres Lebensgefährten vor. Da bekommt Winter einen Anruf von seiner Mutter aus Spanien, dem Alterswohnsitz seiner Eltern. Winters Vater hat einen Herzinfarkt erlitten und ringt im Krankenhaus mit dem Tod. Winter fliegt sofort nach Spanien, wo er die nächsten paar Tage größtenteils in der Klinik verbringt.

Derweil haben sich seine Kollegen bei der Polizei in Göteborg vorwiegend mit Kleinkram zu beschäftigen, bis sie von einem Hausmeister eines Hauses in unmittelbarer Nachbarschaft von Winters Wohnung benachrichtigt werden. Einem Zeitungsjungen war aufgefallen, dass sich vor einer Wohnung dieses Hauses bereits die Zeitungen stapeln. Doch hört man aus der Wohnung seit Tagen ständig die gleiche laute furchtbare Musik, wie sich später herausstellt Black Metal. Aus dem Briefkastenschlitz dringt ein schrecklicher Gestank.

Nachdem der Hausmeister im Beisein der Polizei die Tür öffnet, findet man ein grauenvolles Szenario vor. Auf dem Sofa sitzt ein nacktes Paar, die Hände fest umschlungen und schauen sich an. Eine dunkle Kruste verläuft rings um ihre Hälse. Das Ganze wirkt irgendwie skurril, bis man feststellt, dass die Köpfe der beiden Toten vertauscht wurden. An der Wand findet sich mit roter Farbe ein eingekreistes W und dahinter die Buchstaben ALL.

Die Ermittlungen der Polizei gestalten sich schwierig. Die Ermordeten, das Ehepaar Valker, lebten sehr zurückgezogen, flirteten jedoch beide gerne mit Personen vom anderen Geschlecht. Freunde oder Bekannte hatten sie jedoch fast nicht. So verfolgen die Ermittler zunächst, welche Bedeutung die Musik haben könnte. Zunächst findet sich niemand, der die Gruppe kennt, dann stellt sich heraus, dass es sich um Black Metal aus Kanada handelt. Doch auch dies bringt die Polizei nicht so recht weiter.

»Das vertauschte Gesicht« ist wieder ein typischer schwedischer Kriminalroman. Doch nicht nur das, er ist einfach »zu« typisch. Wüsste man nicht, dass der Autor des Buches Edwardson heißt, könnte man vermuten, einen frühen Mankell in den Händen zu halten. Sowohl die einfache und direkte Sprache als auch die melancholische Stimmung des Romans erinnern an das Aushängeschild der schwedischen Kriminalliteratur.

Das Buch beginnt mit fünf Handlungssträngen nebeneinander. Da ist zum einen Erik Winter bei seinen Eltern in Spanien, dann seine Freundin in Göteborg, die beiden Streifenpolizisten Morelius und Bartram während ihres Dienstes, dann die Polizeipsychologin Hanne Östergaard, die Probleme mit ihrer Tochter Maria hat sowie der Polizist Bergenhem, ebenfalls mit Problemen mit seiner Familie. Und dann ist da sogar noch ein sechster Handlungsstrang, sehr abstrakt geschildert, so daß man den Eindruck bekommt, es hier mit dem psychisch gestörten Mörder zu tun zu haben. Später kommen weitere Nebenstränge hinzu oder die bereits bestehenden teilen sich noch weiter auf. Im Prinzip verlaufen alle diese Stränge über den gesamten Roman hin parallel, berühren oder kreuzen sich hin und wieder, ohne jedoch, wie in den meisten Fällen, auf einen bestimmten Punkt aufeinander zu zu laufen.

Und diese ganzen unterschiedlichen Handlungen wechseln in oft sehr kurzen Szenen, manchmal nur über ein paar Absätze, miteinander ab, so daß der Roman insgesamt einen sehr hektischen und unaufgeräumten Eindruck macht. Dabei wirken manche Szenenwechsel sehr uninspiriert und chronologisch unlogisch. So wird z.B. die Schilderung des Dienstes der Streifenpolizisten nur kurz unterbrochen, um den Telefonanruf von Winters Mutter in der Nacht sowie Winters Abflug am nächsten Morgen zu schildern.

Durch die verschiedenen Perspektiven, aus denen das Geschehen erzählt wird, ist der Leser den Ermittlern immer ein wenig voraus. Der Schreibstil Edwardsons ist, wie bereits erwähnt, sachlich nüchtern und sehr einfach. Doch wirken manchen Sätze sprachlich etwas verdreht, so daß man den Eindruck bekommt, die Übersetzerin hätte schlechte Arbeit geleistet.

Der Kriminalroman beginnt erst, nachdem bereits ein Viertel des Buches vorüber ist. Der erste Teil bleibt fast vollkommen dem Privatleben von Kommissar Erik Winter vorbehalten, was natürlich bei Romanen mit einem Serienhelden statthaft ist, doch den einen oder anderen Leser bis dahin schon verprellt haben könnte.

Gesellschaftskritik ist ein zentraler Bestandteil in allen schwedischen Krimis. Sehr gut eingefangen sind die Zustände in Schwedens zweitgrößter Stadt Göteborg. Die hektische Betriebsamkeit in der nächtlichen Stadt mit ihren kleinen und großen Verbrechen kommt sehr gut rüber. Auf der Vergnügungsstraße Avenyn treiben sich jeden Abend die Jugendlichen herum. Alkohol und Drogen sind dort allgegenwärtig, die Stimmung ist sehr gereizt und aggressiv. Arbeitslosigkeit sorgt dafür, dass die Verbrechensrate ansteigt, der Alkoholkonsum und die Pornografie anwächst und Gewalt der Eltern gegen ihre Kinder sich verstärkt. Die Polizisten werden mit all diesen Dingen konfrontiert und stehen doch meist hilflos gegenüber, haben sie doch zumeist mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. All dies hat Edwardsson gerade durch seine hektische Schreibweise besser eingefangen als manch anderer seiner schreibenden Landsleute.

Überhaupt sehr realistisch wirkt die Polizeiarbeit, wie sie Edwardsson schildert. Da geht es nicht nur um einen spektakulären Fall, sondern seine »Helden« kämpfen an vielen Fronten, vor allem an ihren eigenen. Sämtliche vorkommenden Personen wirken überaus glaubhaft und sind hervorragend dargestellt, was Edwardson vor allem dadurch erreicht, dass er oft die Gedanken der Charaktere schildert. Hier zeigt sich die journalistische Ausbildung des Schriftstellers. Bis ins Detail genau hervorragend recherchiert erzählt der Autor den typischen Polizeialltag.

Doch mit dem Spannungsaufbau, einem sehr wichtigen Faktor für einen guten Kriminalroman, tut sich der Autor zuweilen schwer. In der Theorie nutzt er alle literarischen Elemente, die ein spannender Krimi braucht, doch drängt er dem Leser geradezu einen Verdächtigen so sehr auf, dass man schon frühzeitig glaubt, Bescheid zu wissen. Kurz vor Schluß erst kommen dem Leser dann doch Zweifel an der Identität des Mörders, da Edwardson plötzlich umschwenkt und den Verdacht auf eine andere Person lenkt. Dies mag manch einer als positive Idee hervorheben, für mich wirkte es jedoch ziemlich plump, auch wenn man nicht weiß, ist die Lösung jetzt wirklich so einfach oder ist es doch ganz anders?

Das Ende enttäuscht absolut. Zu viele Fragen bleiben offen, zu viele Handlungsstränge verlaufen im Sande. Fakten und Motive bleiben ungeklärt. Wieder eines der vielen Bücher, bei denen man den Eindruck hat, am Ende hat der Autor keine Zeit mehr gehabt. Edwardson schildert das Geschehen, ohne Erklärungen zu liefern und lässt den Leser unbefriedigt zurück.

Es ist schwierig für mich, hier ein eindeutiges Fazit ziehen zu können. Zu sehr beeinflußt bin ich bereits von Romanen anderer schwedischer Kriminalautoren. Wer in diesem Genre noch nicht so belesen ist, dem wird Åke Edwardson sicherlich neue Eindrücke und einen interessanten Schreibstil vermitteln können. Für mich wirkt hier zu viel kopiert und nachgeahmt. Durch ein wenig mehr persönliche Note bieten sich Autor und Protagonist noch gute Entwicklungsmöglichkeiten. Dem »vertauschten Gesicht« jedoch kann ich nicht mehr als knappen Durchschnitt bescheinigen.

Das meinen andere:

»Ein hämmerndes Death-Metal-Stück« (Die Welt)

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Michaela zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 17.11.2017
Wer der Möeder ist, ist das Einzige was ab dem 1. Kapitel nicht verwirrend war an diesem Buch.
Die Beschreibungen des Tathergangs und die Gedanken der Personen, entspringen einem sehr verwirrten Geist.
Selten ein so unübersichtliches enervierendes Buch gelesen.
Es ist den Platz im Regal nicht würdig und es wandert direkt in den Papierkorb.
Roland Gerstenberger zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 16.11.2017
Insgesamt enttäuschend. Die Charaktere sind gut dargestellt. Die Ermittlungen laufen aber dermaßen schleppend, dass es kaum zu glauben ist. So werden wichtige Zeugen mehrfach vernommen, ohne dass dabei etwas zählbares heraus kommt. Ganz fürchterlich und völlig unsinnig ist jedoch der Schluss. Keinerlei Erklärung für die Morde oder die Entführung der Lebensgefährtin des Ermittlers. Und nichts zur Motivation des Täters. Schade um die Zeit.
Roland Gerstenberger zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 16.11.2017
Insgesamt enttäuschend. Die Charaktere sind gut dargestellt. Die Ermittlungen laufen aber dermaßen schleppend, dass es kaum zu glauben ist. So werden wichtige Zeugen mehrfach vernommen, ohne dass dabei etwas zählbares heraus kommt. Ganz fürchterlich und völlig unsinnig ist jedoch der Schluss. Keinerlei Erklärung für die Morde oder die Entführung der Lebensgefährtin des Ermittlers. Und nichts zur Motivation des Täters. Schade um die Zeit.
Patricia zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 21.08.2016
Nach meinen Anfangsschwierigkeiten mit er Serie um Kommissar Erik Winter gewöhne ich mich langsam an den Schreibstil und auch die Protagonisten sind mir vertrauter geworden. Durchhalten macht also Sinn!
Allerdings reichen mir oft am Ende des Falles die Informationen über Tat und Täter nicht aus. So auch hier. Ich habe dieselben Fragen wie im vorherigen Kommentar von Tinaka.
Tinaka zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 29.04.2015
Ich bin total erleichtert, nachdem ich die Rezension von Peter Kümmel und den Kommentar von Moschi gelesen habe, weil ich nach der Lektüre total verwirrt und verärgert war.Der Roman fängt durchaus interessant und spannend - auch gut geschrieben - an. Die verschiedenen Personen werden lebendig in ihrem sozialen Umfeld dargestellt. Der Mordfall gibt jede Menge Rätsel auf, die eine spannende Geschichte mit raffinierten Hintergründen erwarten lässt. Leider konnte ich aber immer weniger nachvollziehen, wohin die vielen Handlungsstränge führen sollten. Welche Bedeutung hatte die Musik, die Wandbilder, der Gruppensex? Was bedeuten die anonymen Anrufe bei Winter? Warum wurde Angela entführt? Wieso taucht der Mörder erst auf den letzten Seiten auf? Und warum er gemordet hat, habe ich leider auch nicht verstanden.Zudem lässt auch die Schreibqualität mächtig nach, je näher das Ende rückt ... Oh je, selten habe ich so einen schlechten Kriminalroman gelesen.Es war der erste von Ake Edwardson und wird der letzte bleiben.
Moschi zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 07.05.2013
Nicht Fisch, nicht Fleisch, halb Krimi, halb Familienroman. Ich weiss nicht, was mir der Autor sagen wollte. Fast 150 Seiten werden mit der Beschreibung des Privatlebens des Kommissars verschwendet, inclusive seiner in Spanien lebenden Eltern. Da braucht man als Leser mehrere Kannen starken Kaffees um durchzuhalten! Selten habe ich ein langweiligeres Buch gelesen. Ein kleiner Trost bleibt mir: Ich habe ich das Buch preiswert auf dem Flohmarkt erstanden, wo es jetzt auch wieder landen wird.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
BZKKAI zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 27.04.2009
Meine Eindrücke des dritten Buches mit Kommissar Eric Winter:
Die Geschichte geht weiter. Eric Winter wird älter und reifer. Wer die Figur mag so wie ich, der wird auch an diesem Buch seinen Spaß haben, denn sie orientiert sich an der Realität. Denn auch Polizisten haben ein Privatleben.
Lediglich fehlt mir ein wenig die Erklärung dessen, was in diesem Buch an Grausamkeiten beschrieben wird. Warum der Täter das tut was er tut und was ihn antreibt, blieb mir verborgen.
Trotzdem werde ich die Romane um Kommissar Winter weiterlesen, denn sie sind besser als vieles, was hier als gut betitelt wird.
BeGo zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 16.12.2008
Den ersten Edwardson fand ich wegen seiner Sprache ganz gut, vielleicht weil ich mir vorher einen Lisa Jackson zugemutet hatte. (Aber Sein Stil hat sich ab dem zweiten Buch total verändert.)
Das zweite fand ich sterbenslangweilig, aber ich habe durchgehalten bis zum bitteren Ende. Das Ende war dann auch bitter. Im ersten kein Motiv, im zweiten mal so dürftig wie es nur geht.
Nun der dritte Roman. Die ersten Seiten habe ich wirklich "richtig" gelesen. Dann bin ich zum Querlesen übergegangen bis zur Seite 132. Ich wollte da wieder einsteigen, wo es "richtig losgeht". Pustekuchen: jetzt gings mit Angela los und Hannas Problemen mit Ihrer Tochter. Jetzt habe ich die Abschnitte verfolgt und immer versucht den "Fall" zu erwischen. Ergab auch nichts besonderes. Das bisschen Gemetzel und die Andeutungen, dass da jemand im Hintergrund Spuren auswertet, war alles. Auf den letzten drei Seiten dann die sogenannte Überraschung. Einer deutet an, dass der kleine Bulle gar zu gerne Fahnder geworden wäre. Was für ein grandioses Motiv. Und Winter wird immer blasser. Er wirkt nur noch wie ein Nebel, durch den man sieht, was passiert oder eher nicht passiert.
Interessant sind Edwardsons Bücher wohl nur für jemanden, der im Lesen von Familienromanen geübt ist.Jetzt lese ich "In alle Ewigkeit".
Schon allein die Erwartung, was er nun verzapft ist spannend. Spannender als seine sogenannten Kriminalromane.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
BeGo zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 15.12.2008
Den ersten Edwardson fand ich wegen seiner Sprache ganz gut, vielleicht weil ich mir vorher einen Lisa Jackson zugemutet hatte. (Aber Sein Stil hat sich ab dem zweiten Buch total verändert.)
Das zweite fand ich sterbenslangweilig, aber ich habe durchgehalten bis zum bitteren Ende. Das Ende war dann auch bitter. Im ersten kein Motiv, im zweiten mal so dürftig wie es nur geht.
Nun der dritte Roman. Die ersten Seiten habe ich wirklich "richtig" gelesen. Dann bin ich zum Querlesen übergegangen bis zur Seite 132. Ich wollte da wieder einsteigen, wo es "richtig losgeht". Pustekuchen: jetzt gings mit Angela los und Hannas Problemen mit Ihrer Tochter. Jetzt habe ich die Abschnitte verfolgt und immer versucht den "Fall" zu erwischen. Ergab auch nichts besonderes. Das bisschen Gemetzele und die Andeutungen, dass da jemand im Hintergrund Spuren auswertet, war alles. Auf den letzten drei Seiten dann die sogenannte Überraschung. Einer deutet an, dass der kleine Bulle gar zu gerne Fahnder geworden wäre. Was für ein grandioses Motiv. Und Winter wird immer blasser. Er wirkt nur noch wie ein Nebel, durch den man sieht, was passiert oder eher nicht passiert.
Interessant sind Edwardsons Bücher wohl nur für jemanden, der im Lesen von Familienromanen geübt ist.

Jetzt lese ich "In alle Ewigkeit".
Schon allein die Erwartung, was er nun verzapft ist spannend. Spannender als seine sogenannten Kriminalromane.
pescheg zu »Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht« 02.10.2008
«Das vertauschte Gesicht», der dritte Krimi der Reihe um Kommissar Erik Winter, ist um einiges besser als seine beiden Vorgänger. Die Charaktere sind glaubwürdig, die Geschichte spannend und der Schreibstil packend. Nur das Ende ist in der Tat etwas gar abrupt. Ich kann nun langsam aber sicher verstehen, warum Edwardson oft zusammen mit den «großen» der skandinavischen Krimi-Autoren aufgezählt wird. Vielleicht brauchte ich einfach etwas Zeit, um mich an den speziellen, in kurze Sequenzen geschnittenen Aufbau seiner Romane zu gewöhnen.

Die grausigen Morde und die lange anhaltende Ungewissheit über den Täter sind die klassischen Krimi-Elemente. Mit der einfühlsam beschriebenen Beziehung Erik Winters zu seinen Eltern im fernen Spanien und zu seiner schwangeren Freundin erhält das Buch eine zusätzliche Handlungsebene, die einen näher an den Kommissar und seine Gefühlswelt heranbringt. Ich werde Ake Edwardson und seinem Erik Winter noch etwas weiter treu bleiben, auch wenn mir die Krimis von Henning Mankell und Arne Dahl nach wie vor besser gefallen.

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