Allem, was gestorben war von Ake Edwardson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1995 unter dem Titel Till allt som varit dött, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei List.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 1 der Jonathan-Wide-Serie.

  • Göteborg: Tre böcker, 1995 unter dem Titel Till allt som varit dött. 289 Seiten.
  • München: List, 2003. Übersetzt von Angelika Kutsch. ISBN: 3-548-68054-2. 378 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2004. Übersetzt von Angelika Kutsch. ISBN: 3828975445. 379 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2005. Übersetzt von Angelika Kutsch. ISBN: 3-548-60493-5. 378 Seiten.

'Allem, was gestorben war' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Auf einer Parkbank im Hafen von Göteborg sitzt ein Mann. Er ist tot. Durchbohrt von einem langen Messer. Es ist ein unendlich heißer schwedischer Sommer. Die Hitze liegt bleischwer in den Straßen der Stadt. Zusammen mit seinen ehemaligen Kollegen von der Kriminalpolizei macht sich Privatdetektiv Jonathan Wide auf die Suche nach dem Täter. Als sie schließlich das letzte Teil in das mörderische Puzzle legen, sind sie selber vom Ergebnis und den Folgen überrascht …

Das meint Krimi-Couch.de: »Deutlich merkt man, dass dies Edwardsons Krimidebüt ist« 75°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Göteborg erlebt den heißesten Sommer, so weit man zurück denken kann. Georg Laurelius aber schwitzt nicht mehr. Eine Mörderhand hat ihn mit einem Messer von hinten an eine Parkbank genagelt.

Jonathan Wide war früher mal Polizist. Jetzt fristet er als Privatdetektiv sein Leben. Seit wenigen Monaten geschieden, besteht seine Hauptbeschäftigung darin, sich im Suff zu versenken. Nur wenn er gelegentlich mit seinen Kindern auf den Rummel geht, hält er sich mit dem Alkohol zurück. Aber seine Reaktion ist nicht mehr die allerbeste und deshalb fängt er sich im Stiegenhaus einen Schlag auf den Hinterkopf ein, der ihm eine passable Gehirnerschütterung einbringt. Und eine Warnung, seine Nase nicht in fremde Angelegenheiten zu stecken.

Ein junger Taxifahrer bringt seinen weiblichen Passagier in die Notfallambulanz, nach dem sie sich die Seele aus dem Leib gekotzt hat und offensichtlich nach der Einnahme irgendeines Mittels am Abkratzen ist.

Lea Laurelius ruft Jonathan Wide zu Hilfe. Als Wide eintrifft, hat auch sie gerade einen Überfall überstanden, aber sie weiß angeblich nicht, warum. Und gerade als Wide sich mit ihr unterhält, verlangt ihr Mann sie am Telefon zu sprechen. Aber dessen Leiche wurde schon vorher von Kriminalkommissar Sten Ard und seinem Kollegen Ove Boursé begutachtet. Aber davon hat Jonathan Wide keine Ahnung.

Überall in Göteborg nimmt der Rauschgiftmissbrauch überhand. Heroin, Kokain, Crack, alles was man schlucken, schnupfen und spritzen kann überschwemmt Göteborg und irgendwie finden weder die Polizei, noch unser Schnüffler den richtigen Zugang zu all dem, was hier abläuft. Stehen diese Verbrechen in einem Zusammenhang?

Es stellt sich heraus, dass Lea Laurelius Tochter verschwunden ist. Eigentlich sollte sie in Großbritannien bei einer Gastfamilie weilen, aber dort ist sie abgehauen.

Und Sten Ards Kollegin Krista Lagergren verhört eine junge Künstlerin, die darauf hin ebenfalls durch Gewaltanwendung fast das Zeitliche segnet.

Wide beginnt in seiner Vergangenheit zu suchen. Aus Dänemark kommt Rauschgift, aus Dänemark kommen Wides Vorfahren, die unter dem Naziregime nicht gerade den rühmlichsten Eindruck hinterließen und aus Dänemark scheinen auch die Gewalttäter zu kommen, die hinter diesen Verbrechen stecken.

Auch Polizeichef Holte scheint nicht ganz koscher zu sein. Hat er seine Finger in diesem schmutzigen Geschäft.

Åke Edwardson spinnt in seinem neuen Krimi »Allem, was gestorben war« reichlich viele Fäden, die er kräftig verwebt. In der Übersetzung von Angelika Kutsch gewinnt die Handlung durch die Zerlegung in kleine Sequenzen (beim Film würde man es als rasanten Schnitt bezeichnen) deutlich an Spannung, aber diese verflacht zusehends, je weiter sich Jonathan Wide und Sten Ard in den Fall verbeißen. Nicht immer wird klar, worauf Edwardson mit seinen Gedankensprüngen hinaus will.

Die Darstellung von Jonathan Wide ist gelungen. Hier liefert Edwardson ein gutes Bild eines trunksüchtigen Einzelgängers ab, der trocken werden will, dies aber nicht immer schafft und für sein Seelenheil immer wieder ein Glas kippen muss.

Im Gegensatz dazu, wird Kriminalkommissar Ard als alternder Familienmensch präsentiert, der seine liebe Not mit dem eigenen Körper hat und darüber hinaus die ständige Aussichtlosigkeit polizeilichen Tuns in Frage stellt, vor allem, weil er praktisch keinen Schritt weiter kommt, obwohl er seinen Verdächtigen in Untersuchungshaft bringen kann.

Bis zur Hälfte des Buches ist der Krimi absolut stimmig, dann allerdings präsentiert uns Edwardson einige sehr an den Haaren herbei gezogene Spannungselemente, die dazu führen, dass besonders der Schluss des Romans mich nicht befriedigen konnte. Hier wurden zu viele uninteressante Nebeneffekte eingegliedert, die nur im Kontext als plausibel erkannt werden können, aber für die Handlung absolut unerheblich sind und störend wirken. Es wäre besser gewesen, nicht so viele Puzzleteile einzubauen und den Ablauf straffer zu forcieren.

Deutlich merkt man, dass dies Edwardsons Krimidebüt ist. Es kann mit den nachfolgenden Kriminalromanen leider nicht ganz mithalten. Trotzdem gehört »Allem, was gestorben war« noch immer zu den besseren Neuerscheinungen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Wer Nordlandkrimis mag, in denen Selbsthinterfragung und persönliches Schicksal eine Rolle spielen, sollte durchaus zu diesem Buch greifen, dessen 379 Seiten trotz abflachender Spannung nie langweilig werden.

Ihre Meinung zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war«

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H. Gellert zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 11.08.2012
Ich bin jetzt auf Seite 230 und lese die ersten Meinung hier auf der Krimi-Couch. Nun fühle ich mich bestätigt.
Ich finde nicht hinein. Es ist tatsächlich etwas verworren. Aus zig Perspektiven geschrieben und nichts gehört zum Mord auf der Parkbank. Warum Wilde plötzlich nach Dänemark fährt...
Er beschreibt jede Person, sogar den Arzt, der im Krankenhaus eine Trage schiebt...
Tja, ich lese ihn zu Ende. Bin ratlos.
-rpr- zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 23.04.2012
Ich fands toll als Roman, aber sicherlich nicht jedermanns Sache.
Ake Edwardson schreibt keine Sätze er malt sie. Seine Beschreibungen sind sehr detailliert und farbenprächtig.
Seine Perspektivwechsel und Schnitte orientieren sich nicht immer an der Szene und nicht selten läßt er den Leser für längere Zeit im Ungewissen bei welcher Person oder welchem Ort er sich gerade befindet. In Einzelfällen präsentiert er Dialoge ohne die Teilnehmer zu benennen.

Ganz offensichtlich wollte er weg von der schrittweisen Auflösung und dies ist ihm auch sehr gut gelungen. Nahezu alle Ermittlungsergebnisse bekommen erst am Schluß einen Sinn.
Für skandinavische Krimis eher ungewöhnlich: kein Regen, kein Schnee, sondern durchgehend 38°
Krilla zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 10.12.2010
Den Rezensionen der Vor-Leser hatte ich bereits entnommen, dass dieses Buch wohl nicht gerade zu den besten von Ake Edwardson gehört.
Als es mir auf einem Flohmarkt günstig angeboten wurde griff ich also trotz der "Mahnungen" zu - auch 1,50 € waren für dieses Buch zu viel - ich habe es nicht zu Ende gelesen - dafür ist mir meine Zeit zu schade und zum Glück gibt es viele Bücher, von anderen Autoren, die lesenswert sind!
Ake Edwardson hat ein paar recht gute und spannende Bücher geschrieben, aber leider nur wenige!
Ullwin zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 30.01.2010
Angeblich hat der Autor Creative Writing unterrichtet. Schwer zu glauben, denn er verstößt - außer dem wenig originellen Dauereinsatz von Cliffhangern am Kapitelende - gegen so gut wie alle Grundregeln zum Stricken gelungener Belletristik: Dialoge mit schwer zuordenbarer Rede, eine Unzahl von Figuren, die sich schlecht bis nicht voneinander unterscheiden, Klischees zuhauf - und natürlich der Mankell-verhafteten Abkupferung von Erfolgsrezepten. Eine langweilige, nach und nach sogar unangenehme Lektüre. Nie fesselnd, nicht einmal interessierend. Abzuraten, ganz und gar.
CRI zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 06.12.2009
Verworren trifft es ganz gut. Zu viele Wechsel von hier nach da, von einer Person zur anderen. Es ist sehr häufig nicht nachvollziehbar, wieso Wide und seine ehemaligen Kollegen so vorgehen, wie es beschrieben wird. Mir ist völlig unklar geblieben, wie Wide auf die Idee kommt, in seiner eigenen Vergangenheit in Dänemark zu suchen, und was ihm der Besuch in der Kneipe dort bringen sollte. Ebenso ist mir nach wie vor nicht klar, wieso der Überfall auf ihn am Anfang des Buches eine Warnung oder ein Denkzettel im Zusammenhang mit dieser aktuellen Geschichte sein soll. Er weiß doch noch von überhaupt nichts!
Einer der weniger guten Krimis, obwohl von der reinen Wortwahl und den Formulierungen lesbar.
Elisabeth zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 18.08.2009
Mein Mann und ich haben im Urlaub beide diesen Krrimi gelesen.
Ich finde ihn eher langweilig und die Handlung teilwiese sehr verworren.
Bei manchen Sequenzen konnte ich den Zusammenhang eigentlich nicht sehen.
Ich bevorzuge flotte ereignisreiche Abläufe und diese konnte ich in diesem Buch leider nicht finden.
Kylling zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 24.08.2007
Dieses Buch ging gar nicht, oder ich bin zu blöd. Endlose wörtliche Rede ohne Angabe , wer denn nun gerade spricht. Miträtseln schon und gut, aber doch nicht so. Entnervend.
Kasia zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 08.02.2007
Leider muss ich mich in diesem Fall, obwohl Edwardson zu meinen Lieblingsschreibern zählt, den anderen anschließen.
Das Buch ist ziemlich kurz und trotzdem war ich bestimmt 2 Wochen dran, weil es nicht das übliche:"Ich kann nicht anders!Ich kann dieses Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen!" war.
Worum es geht habe ich begriffen, aber der Weg dorthin war ziemlich schwer.
Trotz alledem mag ich die Figur des Jonathan Wide. Er ist ein guter Typ, der dem, was er hatte hinterher trauert und sich halt betrinkt. Trotzdem irgendwie ein Sympathie-Träger.
Ich finde, als Fan muss man alles gelesen haben und sich seine eigene Meinung bilden. Lesen bildet immer und irgendwie hoffe ich auch diesmal, dass ich hier draus irgendetwas für mein Leben mitgenommen habe.
Renato zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 03.09.2005
Noch 50 Seiten, dann habe auch ich es geschafft. Dieses Buch ist leider kein Krimi Lesevergnügen. Da gibt es viel bessere Lektüre - bessere Bücher von Edwardson. Ich habe selten ein Buch so tief bewertet. Am besten, lasst die Finger davon.
Katja zu »Ake Edwardson: Allem, was gestorben war« 01.05.2005
Das Buch ist von Anfang an sehr "springend". Ich habe bisher kein Buch gelesen, bei dem ich schon nach ein paar Seiten den Faden verloren hatte. Ob ich das Buch zu ende lesen werde, weiß ich noch nicht. Und wenn, dann nicht gerade mit viel Begeisterung, wie es bei meinen anderen Büchern der Fall war.

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