Morphium von Agatha Christie

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1940 unter dem Titel Sad Cypress, deutsche Ausgabe erstmals 1943 bei Scherz.
Folge 21 der Hercule-Poirot-Serie.

  • London: Collins, 1940 unter dem Titel Sad Cypress. 252 Seiten.
  • Bern: Scherz, 1943. Übersetzt von Auguste Flesch von Bringen. 228 Seiten.
  • München: Goldmann, 1959. Übersetzt von Auguste Flesch von Bringen. 182 Seiten.
  • München: Goldmann, 1972. Übersetzt von Auguste Flesch von Bringen. Goldmann Rote Krimi; Bd. 206. 189 Seiten.
  • Bern: Scherz, 1974. Übersetzt von Heinz Looser. ISBN: 3-502-50448-2. 188 Seiten.
  • Genf: Edito-Service, 1983. Übersetzt von Auguste Flesch von Bringen. 183 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1988. Übersetzt von Auguste Flesch von Bringen. ISBN: 3-502-51172-1. 195 Seiten.
  • Bern: Scherz, 1990. Übersetzt von Heinz Looser. Scherz Krimi-Klassiker. ISBN: 3-502-55955-4. 195 Seiten.
  • Bern: Scherz, 1999. Übersetzt von Heinz Looser. 195 Seiten.
  • Bindlach: Loewe, 1999. Übersetzt von Heinz Looser. ISBN: 3785534965. 218 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2008. Übersetzt von Heinz Looser. ISBN: 978-3-596-17955-8. 208 Seiten.

'Morphium' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Elinor Carlisle steht vor Gericht. Sie soll ein junges Mächen ermordet haben. Der Fall scheint einfach und klar. Doch bald weiss Hercule Poirot: Ein gerissener Mörder läuft frei herum. Poirot sind alle Mittel recht, um den Kopf der Angeklagten aus der Schlinge zu ziehen.

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Stefan83 zu »Agatha Christie: Morphium« 10.11.2013
Erstaunlich wie durchwachsen bis negativ dieser Kriminalroman, der 27. aus der Feder der „Queen of Crime“, im Internet in vielen Rezensionen besprochen wird. Von langsam über unausgegoren bis hin zu vorhersehbar – die meisten Adjektive laden nicht wirklich zur Lektüre dieses Poirots-Falls ein, welcher, für Agatha Christie eher untypisch, zu großen Teilen vor Gericht stattfindet. Gut, dass ich es dennoch gewagt und ins Regal gegriffen habe, bietet doch das im März 1940 erschienene Werk eine treffliche Mischung aus Rätselspaß und Landhausflair, die selbst über siebzig Jahre später noch zu unterhalten und überraschen weiß. Mehr noch: „Morphium“ gehört meiner Ansicht nach sogar zu den besten Auftritten des eierköpfigen Meisterdetektivs mit den grauen Zellen, nicht zuletzt auch deshalb, weil Ordnung und Methode, stets so oft vom kleinen Belgier gepriesen, hier tatsächlich zur Auflösung der „Whodunit“-Frage führen – zumindest wenn man auf die gut getarnten Hinweise achtet, die Agatha Christie uns einmal mehr in unnachahmlicher Weise auf dem Wege dorthin hinterlässt, denn die Handlung ist mit Haken und Ösen gespickt:

Elinor Carlisle ist angeklagt, die junge Mary Gerrard mit Morphium umgebracht zu haben. Doch sie leugnet sowohl den Mord, als auch den Diebstahl des aus Schwester Hopkins' Tasche verschwundenen Morphiums. Niemand glaubt ihr, denn das große Vermögen, das Elinors Tante vielleicht auch an Mary hätte vererben können, und die Eifersucht wegen Elinors Verlobtem Roddy , wären Grund genug für einen Mord. Doch Dr. Lord ist sich sicher, dass noch andere Motive eine Rolle spielen, und er beauftragt Poirot mit der Untersuchung des Falles. Doch was immer Poirot herausfindet, alles deutet auf Elinors Schuld hin...

Mord durch Gift. Die offensichtlich in allen Belangen schuldige Mörderin. Ein Kreis völlig überraschter Zeugen und Verdächtiger, die sich aller ob der grausamen Tat erschüttert zeigen – „Morphium“ steht exemplarisch für den „Whodunit“ der 30er und 40er Jahre, in dem die Suche nach dem Täter in erster Linie als intellektuelles Spiel verstanden wird, dass den kriminellen Aspekt der Tat weitestgehend in den Hintergrund rückt. Allein Poirot selbst stellt die Wahrheitsfindung in den Mittelpunkt, der sich jegliche Gefühle unterzuordnen haben. Das muss auch Dr. Lord gleich zu Beginn erfahren. Seinem Wunsch, Elinor Carlisle aus dem Gefängnis zu bekommen, will Poirot nicht nachkommen. Ihn interessieren allein die Fakten. Und wenn diese letztlich gegen die Beschuldigte besprechen sollten, wird auch der kleine Belgier die britische Justiz nicht aufhalten können und wollen. Bis der Leser dessen kleine, grauen Zellen in Aktion erlebt, dauert es jedoch, denn Christie lässt sich viel Zeit, um rückblickend von den Geschehnissen rund um den 27. Juli zu berichten. Hier sei gleich gesagt: Wer diese Zusammenfassung gelangweilt überfliegt, raubt sich selbst den Spaß an der Lektüre, denn Hinweise sind am Wegesrand gut versteckt, doch für den geübten Beobachter zu entdecken.

Entgegen solcher Romane wie „Alibi“ oder „Hercule Poirots Weihnachten“ hält sich Agatha Christie in „Morphium“ an die zehn Regeln für einen fairen Kriminalroman, welche die Mitglieder des Londoner Detection Clubs (darunter natürlich auch Christie) einst unterzeichneten. Im Klartext heißt das: Keine unbekannten Gifte, kein Ermittler der gleichzeitig Täter ist, kein Übermaß an versteckten Geheimgängen. Im Gegenteil: Gleich zu Beginn, und damit früher als Poirot selbst, erhält der Leser Einblick in alle wichtigen Fakten des Falls, welche jedoch allesamt keinerlei Zweifel an der Schuld der Angeklagten lassen. Umso erstaunlicher ist es dann wieder, wie der kleine Meisterdetektiv Logiklücken entdeckt oder bereits bekannte Indizien in einem anderen Licht betrachtet. Wie bei einem Bühnenmagier schauen wir gebannt auf die rechte Hand, während in der linken das eigentlich Wesentliche stattfindet. Der Grund warum wir uns so einfach ablenken lassen: Christie's flüssige, urbritische Schreibe, die mit knackigen Dialogen und herrlich verschrobenen Charakteren immer wieder unsere Aufmerksamkeit fordert – und der Leser ist nur allzu bereit ihr diese auch zu schenken.

Auch „Morphium“, dessen deutsche Übersetzung inzwischen immerhin auch schon mehr als zwanzig Jahre auf dem Buckel hat, liest sich kein bisschen altbacken oder angestaubt. Ganz im Gegenteil: Insbesondere die beiden Gemeindeschwestern Jesse Hopkins und Eileen O'Brien sorgen trotz insgesamt eher düsteren Tenors immer wieder für vergnügliche Momente und befeuern mit ihrem Tratsch gleichzeitig die Spekulationen hinsichtlich der Identität eines möglichen anderen Mörders. Denn das Elinor Carlisle unschuldig sein muss, steht doch außer Frage – oder etwa nicht? Mit ihr ist Agatha Christie jedenfalls eine ihrer besten Figuren gelungen, deren kühles, beherrschtes Auftreten im krassen Gegensatz zu dem im Inneren köchelnden Feuer steht. Ein Mord wäre ihr in jedem Fall zuzutrauen? Und überhaupt – wer sollte es sonst getan haben? Und warum?

Hercule Poirots 18. Auftritt ist kurz, aber äußerst überzeugend. Obwohl die Handlung im eher gemütlichen Tempo dahingleitet, kann von mangelndem Esprit nicht die Rede sein. Und auch die Spannung, für einen Kriminalroman nicht gerade von unwesentlicher Bedeutung, bleibt auf konstant hohem Niveau. Das liegt nicht an zuletzt an der auf den ersten Blick so hoffnungslosen Ausgangskonstellation, die Christie im weiteren Verlauf exzellent für ihre üblichen Twists und Turns zu nutzen weiß.

Meine schon vor längerer Zeit konstatierte Meinung wird mit „Morphium“ erneut eindrücklich untermauert: „Einen Krimi von Agatha Christie kann man immer lesen.“
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
SukRam zu »Agatha Christie: Morphium« 27.12.2010
Ein guter Christie-Roman, der sich flüssig lesen lässt. Diesmal wechselt die Queen of Crime geschickt zwischen Hercule Poirot und Gerichtsdarstellungen hin und her, die am Ende auch die Wahrheit zu Tage bringen.
Diesmal geht es darum, die Unschuld einer jungen Frau zu beweisen, die sich scheinbar unrettbar in eine ungünstige Situation verstrickt hat.
Dass am Ende wieder einmal die Liebe triumphiert, ist von Mrs. Christie typisch nüchtern in Szene gesetzt.

Meine Wertung: 85°
Vergissmeinnicht95 zu »Agatha Christie: Morphium« 28.11.2010
Ich bin ein großer Agatha Christie-Fan, dieses Buch von ihr hat mir sehr gut gefallen.

Es deutet wirklich fast alles auf eine bestimmte Person als Täter hin. Die ein Motiv hatte und eine Gelegenheit, doch Hercule Poirot schafft es mithilfe von seinen "kleinen, grauen Zellen" den wahren Täter zu finden.

Ein überzeugender Krimi, der flüssig zu lesen und gut zum Mitraten ist!
Auf jeden Fall lesenswert ;-)

[Bitte hundertmal an die Tafel schreiben: "Ich soll nicht spoilern!" jkö]
Harry zu »Agatha Christie: Morphium« 02.09.2010
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Das gehört zur eins der besten Romane von Queen of Crime. Dieses Buch habe ich gelesen, bevor ich angefangen habe, "das Eulenhaus" zu lesen. Mein Fehler, dass ich erst jetzt bewerten soll. Ich bin nun ein bißchen zerstreut.
Die Auflösung wäre mir nicht draufgefallen, und der Mörder scheint sehr intelligent zu sein, Elinor Tat zu bringen. Aber Poirot bekam ein Auftrag von Dr. Lord und versucht zu ermitteln, und stellt sich heraus, dass Elinor nicht die Mörderin ist, sondern jemand anderen, der frei herum läuft.
Spannend, aber Poirot taucht erst später auf.

Trotzdem gebe ich 91°
Puzzel99 zu »Agatha Christie: Morphium« 16.07.2010
Ich finde Morphium ist einer der besten Romane von Agatha Christie (auch wenn ich in der Regel alle Bücher von ihr gut finde).
Dieses Buch habe ich an einem Nachmittag einfach so durchgelesen, denn ich wollte es nicht aus der Hand legen. Am besten gefiel mir die Auflöseung. Ich hatte in eine föllig andere Richtung gedacht.
Nartürlich gibt es da auch bei mir Zweifel wie zum Beispiel mit der Injektion, doch nach meiner Meinung nicht alzuweit hergeholt. Ansonsten finde ich die Argumentation, wie z. B. die Sache mit dem Brief, sehr nachvollziehbar.
Empfehlenswert für alle Fans von Landhauskrimis!
Nomadenseele zu »Agatha Christie: Morphium« 07.04.2010
Morphium ist nichts weiter, als ein weiterer, langweiliger Agatha Christie - Krimi. Im Gegensatz zu Miss Marple mag ich Hercule Poirot sehr, aber diesmal hat sie es geschafft, sogar einen Roman mit ihm zu verunstalten. Alleine das eine Injektionswunde mit bloßen Auge sichtbar ist, ist weit hergeholt. der Rest der Auflösung auch nicht besser.

Fazit:

Die Queen of Crime und ich werden wohl nie zusammenkommen; ich habe von ihr noch kein einziges überzeugendes Buch gelesen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Elisabeth zu »Agatha Christie: Morphium« 17.01.2010
Ich finde Morphium ist eines der besten Bücher von Agatha Christie. Eine detailreiche Erzählung, intressante Charaktere und ein überraschendes Ende! Ein klassicher Kriminalroman!Noch dazu mit Hercule Poirot, der wie immer, seine "kleinen grauen zellen" benutzt, Klasse!! Ein englischer Landhauskrimi wie er schwer noch besser sein könnte!
lilalu zu »Agatha Christie: Morphium« 19.07.2009
Ich schätze sie ja, die alte Lady - aber "Morphium", von mir nach vielen Jahren (damals hat es mir gut gefallen) wieder einmal gelesen, ist einer ihrer schwächeren Krimis. Zum einen dürfte der Stich einer Injektionsnadel keine Verletzung hervorrufen, die jedem sofort ins Auge sticht, außerdem ist die Story insgesamt zu arg konstruiert. Und die Übersetzung ist selten dämlich - das fällt mir jetzt erst auf. Teilweise liest sich das wie die Regieanweisungen in einem Boulevardstück. Und die Ressentiments, die die gute alte Lady Christie gegenüber Ausländern und gegenüber Menschen, die nicht der oberen Klasse angehören, hat, erscheinen uns heute doch seltsam antiquiert und zeugen von einer (zum Glück) längst vergangenen Zeit, in der sich das alte England eben noch im Glanze des Empires sonnte. Amüsant zu lesen, aber nicht wirklich ernstzunehmen.
sweet_berry*93 zu »Agatha Christie: Morphium« 03.05.2009
Ich bin grad auf Seite 89 und finde, dass das Buch sehr fesselnd ist. Hat man dieses Buch einmal in die Hand genommen, will man es sicher nicht mehr ins Bücherregal stellen. Es ist der erste Krimi von Agatha Christie, den ich lese doch es wird bestimmt nicht der letzte sein. (Obwohl eigentlich mein Bruder dieses Buch für ein Referat gekauft hat!!!)
Susannah zu »Agatha Christie: Morphium« 26.01.2009
England, Anfang des letzten Jahrhunders. Elinor Carlisle steht vor Gericht - wegen Mordes! Sie soll die junge Mary hinterhältig mit Morphium vergiftet haben, aus Eifersucht. Doch Dr.Lord, der Arzt der verstorbenen Tante Elinors, will sich damit nicht abfinden: er beauftragt Hercule Poirot damit, Indizien für die Unschuld Elinors zu sammeln. Doch das gestaltet sich für den eierköpfigen Meisterdenker schwieriger als gedacht: alle Hinweise sprechen gegen Elinor, und als dann auch noch Elinors Tante exhumiert wird und auch bei ihr Moprhiumrückstände gefunden werden, scheint die Lage aussichtslos ...

Und ein weiterer Christie-Krimi, den ich verschlungen habe! Mein bisher Liebster: nicht nur, dass sich der Krimi mal wieder durch eine exzellente Storyline auszeichnet, bei der zumindest ich zum Ende hin sehr überrascht war, Christie beweist hier auch, dass sie zu sehr guten Charakterstudien fähig ist. Durch die klugen Augen von Hercule Poirot beobachten wir die Beschuldigte Elinor, ihren ehemaligen Verlobten, die junge verstorbene Mary, die Pflegerinnen, die ebenfalls in der Geschichte drinstecken. Locker und flockig zu lesen, mit großer Spannung und einem tollen Finale vor Gericht - Krimi-Herz, was willst du mehr?
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