Die großen Vier von Agatha Christie

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1927 unter dem Titel The Big Four, deutsche Ausgabe erstmals 1963 bei Scherz.
Folge 5 der Hercule-Poirot-Serie.

  • London: Collins, 1927 unter dem Titel The Big Four. 281 Seiten.
  • Bern; Stuttgart; Wien: Scherz, 1963. Übersetzt von Hans Mehl. 191 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1979. Übersetzt von Hans Mehl. ISBN: 3-502-50190-4. 186 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1993. Übersetzt von Hans Mehl. ISBN: 3-502-50902-6. 188 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1994. Übersetzt von Hans Mehl. ISBN: 3-502-55166-9. 188 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1997. Übersetzt von Hans Mehl. ISBN: 3-502-51611-1. 188 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2006. Übersetzt von Hans Mehl. ISBN: 978-3-596-17328-0. 206 Seiten.
  • Hamburg: Atlantik, 2015. Übersetzt von Giovanni Bandini. ISBN: 978-3-455-65053-2. 224 Seiten.

'Die großen Vier' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Ein Unbekannter taucht bei Poirot auf und bricht vor ihm zusammen. Wer ist der Mann? Und was hat es mit »den großen Vier« auf sich, von denen er murmelt? In einem ihrer schwierigsten Fälle geraten der Meisterdetektiv und sein Kollege Hastings in Lebensgefahr, während sie versuchen, die Machenschaften einer internationalen Verbrecherorganisation aufzudecken.

Das meint Krimi-Couch.de: »Hercule Poirots auf 007s Spuren« 60°

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

In der Londoner Wohnung des berühmten Ermittlers Hercule Poirot taucht verwirrt der englische Geheimagent Mayerling auf, der vor fünf Jahren spurlos in Russland verschwunden ist. Ihm bleibt nur die Zeit für die undeutliche Ankündigung großer Gefahr, bevor er ermordet wird: Die »großen Vier« haben wieder zugeschlagen.

Es handelt sich um eine kopfstarke, ausgezeichnet vernetzte und auf allen Kontinenten präsente Organisation, deren vier Anführer die Weltherrschaft anstreben. Schon seit einiger Zeit haben sie es vor allem auf das britische Empire abgesehen, das sie durch Sabotageakte und internationale Intrigen zur Umsturzreife schwächen wollen.

An der Spitze der »Vier« steht der Chinese Li Chang Yen, der mit einem US-Amerikaner und einer Französin zusammenarbeitet. Vierter im Bund ist der »Zerstörer«, ein ehemaliger Schauspieler, der in jede nur denkbare Verkleidung schlüpft, um die Gegner der Organisation auszuschalten. Auch Poirot, der wieder einmal von seinem alten Freund Captain Hastings begleitet wird, kreuzt mehrfach den Weg dieses Mannes, der praktisch unter den Augen des Detektivs mehrere wichtige Zeugen ermordet.

Die Jagd nach den »Vier« nimmt viele Monate in Anspruch und führt den reisefaulen Poirot nicht nur zu immer neuen Tatorten in England, sondern auch auf den Kontinent. Erschwert werden die Ermittlungen durch Attacken der »Vier«, die sich durch die Ermittlungen zunehmend gestört fühlen. Mehrfach werden Poirot und Hastings in Todesfallen gelockt, denen sie nur dank der weisen Voraussicht des Detektivs entkommen, der seine »kleinen grauen Zellen« dieses Mal besonders stark beanspruchen muss, bis es in den norditalienischen Dolomiten zur finalen Konfrontation kommt …

Gehfauler Agentenschreck im Sondereinsatz

1927 war Agatha Christie eine bereits erfahrene und erfolgreiche, gleichzeitig noch experimentierwillige und -fähige Autorin. Weit entfernt lagen jene Jahre, in denen sie geschickt aber auch zunehmend routinierter den Publikumsgeschmack bediente und Krimis präsentierte, die eher durch vertrackt unterhaltsame Plots als durch (rasante) Handlungen gefielen.

Gerade Hercule Poirot kann sich der erfahrene Christie-Leser nicht als Vorgänger von James Bond vorstellen. Dennoch setzt die Autorin ihn, der schon von seiner Figur der Prototyp eines »armchair detective« ist, in Die großen Vier als Actionhelden ein. Zwar lässt sie Poirot mehrfach tüchtig stöhnen über die Anstrengungen, denen er – angeblich ein alter, jeglicher Aufregung abholder Mann – zum Wohle des Abendlandes ausgesetzt wird. Nichtsdestotrotz erleben wir einen Poirot, der eilig von Tatort zu Tatort reist, tückischen Entführern und Attentätern entwischt und schließlich in der sprengstoffgespickten Höhle den schurkischen Löwen entgegentritt.

Alfred Hitchcock dürfte diesen Roman gekannt haben. Trotzdem griff er 1939 lieber auf eine Buchvorlage von John Buchan (Die 39 Stufen) zurück, der das Thriller-Genre definitiv besser beherrschte als Christie. Sie hatte bemerkt, dass es ein Publikum für handlungsrasante Geschichten gab, die sich um Geheimagenten, Verschwörungen und Masken rankten. Auf diesen Zug wollte Christie aufspringen. Das Ergebnis ist Die großen Vier, ein »Buch« als Paradebeispiel dafür, wie man einen Thriller besser nicht konzipiert.

Weltverschwörung mit Supertechnik

Dass Hercule Poirot als Held eines solchen Garns denkbar ungeeignet ist, wurde bereits erwähnt. Die Zeit hat dem Plot zusätzlichen Schaden zugefügt. Was 1927 womöglich spannend und schlüssig wirkte, ist heute nur noch Klischee und nicht selten lächerlich. Dazu gehört vor allem die Annahme einer Multikulti-Superschurken-Bande, die sich den gesamten Globus untertan machen will, dabei aber so subtil vorgeht wie Ali Babas 40 Räuber aus 1001 Nacht. Tatsächlich spielen die angeblich so großen »Vier« die Feinde der freien Welt nur; angesichts der unendlich umständlichen Tücken, mit denen sie sich Poirot entgegenstellen, dürften sie eigentlich keine Zeit haben, den Rest der Welt an sich zu reißen.

Der Geheimdienstalltag soll sich dem Leser nach Christies Willen als das »Große Spiel« darstellen, wie u. a. Rudyard Kipling es in seinem Roman Kim 1901 entworfen hatte. Agatha Christie kann diesbezüglich freilich nicht mithalten. Ungeschickt greift sie einschlägige Elemente auf, ohne sie anscheinend wirklich verstanden zu haben. Stattdessen pimpt sie den Thriller-Aspekt und übertreibt es dabei, indem sie – für das Geschehen völlig unerheblich – von Todesstrahlen, Super-Magneten und anderen Wunderwaffen fabuliert.

Gleichzeitig greift Christie mindestens so tief wie Edgar Wallace in die Mottenkiste zeitgenössischer Grusel-Klischees. So ist Li Chang Yen ein vorgeblich hochintelligenter Mann, wird aber als Bruder von Fu-Manchu vorgestellt, der schlitzäugig-sinister die »gelbe Gefahr« repräsentiert und vollendete Manieren mit der Lust an exotischen Foltern und Morden kombiniert. Seine Handlanger haben Londons Hafenviertel buchstäblich unterwandert: Auch Christie mag nicht auf jene Vorstellung verzichten, nach der chinesische Strolche ameisenhaft ganze Stadtviertel unterminieren, um ihre Schlupfwinkel mit einem Gewirr unterirdischer Gänge zu verbinden. Dort, wo stets ein Dolchstoß aus dem Hinterhalt möglich ist, gehen sie ihrem exotischen und bereits deshalb per se verdächtigen bis gefährlichen Nachtwerk nach.

Krise als Vorwand

Solche Stummfilm-Tücken möchte Christie mit realpolitischen Ereignissen verknüpfen. Statt ihnen dadurch Leben einzuhauchen, macht sie sich erst recht lächerlich, indem sie ungelenk »Kommunisten« = Diktatoren/Anarchisten = Revolutionäre/Umstürzler ins Spiel bringt und dabei entweder eine bemerkenswerte Naivität an den Tag legt oder die Realität allzu skrupellos in den Dienst scheinbarer Unterhaltung stellt. Tolerierbar ist dagegen die Glorifizierung der britischen Ordnungsmacht, wozu hier neben Scotland Yard ausdrücklich der Geheimdienst tritt: Der insulare Imperialismus hat in der populären Unterhaltung ein Eigenleben entwickelt, der ihn der wenig schmeichelhaften historischen Realität enthebt. »Polizisten« und »Agenten« stehen stellvertretend für »Piraten«, Musketiere» oder «Cowboys», wie es sie ebenfalls nur in der Trivialkultur gegeben hat.

Keinen Gefallen tut Christie ihren Lesern mit einem «dramatischen» Finale, das Poirot und Hastings ohne echte Begründung in eine Art Alpenfestung führt, die sich die «Vier» irgendwie, irgendwann in den Fels haben hauen lassen. Die theatralische Kulisse dient einer eher kümmerlichen als aufregenden Konfrontationsszene; in der Inszenierung finaler Täterentlarvungen in Anwesenheit sämtlicher Verdächtiger legte Christie später wesentlich mehr Geschick an den Tag.

Dies gilt auch für die Handlung, die sich hier auf eine episodische, endlose, zunehmend mechanische Abfolge immer neuer, recht plumper Fallen, scheinrasanter Verfolgungsjagden und grotesk perfekter Masken beschränkt. Wen wundert’s, hat doch die geschäftstüchtige sowie in Geldnöte geratene Christie für Die großen Vier zwölf Kurzgeschichten verschmolzen, die 1924 in «The Sketch Magazine» (Ausgabe 1614-1625) separat erschienen waren. Sie wusste selbst um die Schwächen dieses Werkes, auf das sie selbstkritisch – zumal im Vergleich zum brutal deutlich besser geratenen Poirot-Vorgänger «The Murder of Roger Ackroyd" (1926; dt. Alibi) – zu Recht nie stolz war. Ungeachtet dessen wurde »Die großen Vier« ein beachtlicher Erfolg. Das Buch erschien, nachdem Agatha Christie im Dezember 1926 zehn Tage spurlos verschwunden gewesen und dann wieder aufgetaucht war, ohne Presse und Publikum über den Grund in Kenntnis zu setzen. Es profitierte von dem darum entfachten Rummel und löste Christies Finanzprobleme.

Die großen Vier auf Sendung

Es lag wahrscheinlich an der ungewöhnlichen Story, dass Die großen Vier erst 2013 und dann bereits in der 13. Staffel der englischen Erfolgsserie »Agatha Christie’s Poirot« adaptiert wurde. Die Titelrolle spielte (in der Rolle seines Schauspielerlebens) zum 67ten Mal David Suchet; als Captain Hastings kehrte Hugh Fraser nach zwölfjähriger Abwesenheit in die alte Rolle zurück. Der altmodische Plot wurde um seine absurden Elemente erleichtert bzw. zu einem typischen Poirot-Fall abgemildert und so in einen »typischen« Rätselkrimi à la Agatha Christie umgewandelt.

Michael Drewniok, Februar 2016

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Hercule zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 06.06.2012
Manche Menschen sagen das die großen Vier schlacht sein soll doch ich muss sagen das er ein wahrhaft toller Krimi ist er ist auch wenn er nicht mein liebster Krimi von Agatha ist eine nette Abwechslung denn Poirot ist auch in dem Krimi sehr schlau zeigt jedoch dass auch mehr als nur Inteligenz und Einfallsreichtum in ihm stecken.
Also ich finde ihn lesenswert.
Auf einer Scala von 1 bis 10 wäre die großen vier 8,5
frank98 zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 02.07.2009
Ich bin enttäuscht. Hercule Poirot ist hier nicht nur klug oder genial, sondern macht gleichzeitig auf James Bond. Diese mächtige Organisation, die sich auch noch so geschickt verhält, wird von Poirot - einem Privatdetektiv - vernichtet. Da könnte ja jederkommen. Wenn ich mir überlege, dass die Grossen Vier Poirot ohne Weiteres aus dem Weg räumen könnten, stattdessen lassen Sie ihn ruhig seine irreführenden Nachforschungen anstellen. Und dabei ist das Buch sogar spannend. Erst am Ende macht sich die Ernüchterung breit, weil dasselbe einfach Scheiße ist.Zum Beispiel:
Diese plötzliche, rätselhafte Geschichte von dem Kind dieser russischen Agentin
(oder wer sie auch immer ist), das sie dazu bewegt, Poirot zu retten?
Wie schafft der gefesselte Poirot es, ein mit Giftpfeilen gefülltes Röhrchen, dass er vielleicht vom Bond-Tüftler "Q" hat, in den Mund zu stecken und damit Madame Olivier zu bedrohen?
Wer hat den Unterschlupf der Grossen Vier eigentlich gesprengt?
Wie sind die " ums Leben gekommen?
Warum spielen die " Spielchen mit Poirot, anstatt ihn einfach von langer Hand umzulegen?Mir fallen bestimmt noch mehr einzum Beispiel:
Warum hat Christie dieses Buch gechrieben?
Warum musste sie den intelligenten, einzigartigen Detektiv zu Superman machen?
Wenn Poirot im 21. Jahrhunder aktiv wäre, würde er dann die Al-Kaida jagen?
Mit seinen grauen Zellen?Ich finde, dass Christie sehr gute Poirot-Romane geschrieben hat.Mein Favorit: Mord auf dem GolfplatzAber die grossen vier nicht. Die Grundidee fand ich interessant, aber zum Ende hin war es zu übertrieben. Auch kann man Poirot nicht ganz folgen, die Story hat so viele Logiklöcher und ungelärte Unstimmigkeiten, wie ich sie von der Queen gar nicht kenne.
Agatha hat sich mit diesem Buch übernommen.Das Buch hat aber eine Schwäche nicht: Es ist nicht langatmig.
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Emilio Largo zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 17.02.2009
einfach nur toll dieses Buch. aber noch ein Komentar zu Stefan83:
dieses Buch knüpft keinswegs an Alibi an, es ist eher andersherum, da Agatha Christie diesen roman vor Alibi geschrieben hat. Außerdem meint Poirot in der letzten Szene, er würde sich zurückziehen, um Kürbisse zu züchten, was er am Anfang von Alibi tut.
enrico zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 17.01.2009
also ich habe das buch nur gelesen weil im buch "machtwechsel auf der erde "von armin risi darauf hingewiesen wird. Ehrlich gesagt weiß ich nicht warum um dieses buch solch ein gerede gemacht wird, ich fand es sehr bescheiden und die ähnlichkeit zu div. anderen kriminalromanen ist erschrecken. :-) mfg
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Hanibal zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 03.11.2008
also ich finde bisher dass das buch ziemlich spannend klingt, ich bekomme es leider erst in einem monat in meinem abo also ich freu mich schon drauf;)
Wenn hercule poirot sich für toterklärt ist das doch schon ein grund, diesen roman zu lesen!
Bisher hat mich Agatha Christie noch nie enttäuscht, manche das gebe ich zu fangen eher langweilig an, wie tod auf dem nil und rendevouz mit einer leiche (der tod wartet) aber das ende überrascht^^
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Stefan83 zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 03.10.2008
Während sie in ihrer schriftstellerischen Tätigkeit immer größeren Erfolg verbuchen kann, verlaufen die 20er Jahre privat für Agatha Christie eher unglücklich. Aus beruflichen Gründen lässt ihr Mann sie häufig allein und Ende 1926 stirbt ihre Mutter, die als erstes ihr schriftstellerisches Talent erkannt hatte. Dieses Ereignis, und die Tatsache, dass sie die Villa Ashfield, das Zuhause in dem sie aufgewachsen war, räumen muss, nehmen sie stark mit. Dem Geständnis ihres Mannes, er habe eine Affäre mit einer Golfpartnerin, folgt schließlich der totale Zusammenbruch. Sie verlässt das Haus und wird nach einer spektakulären Suchaktion erst zehn Tage später in einem Hotel in Harrogate aufgefunden - mit einem fast kompletten Gedächtnisschwund bezüglich dieser zehn Tage. In den folgenden Monaten gerät sie zunehmend in Geldnot und damit unter Zeitdruck, dringend ein weiteres Buch herauszubringen. Was folgt ist "Die großen Vier", der vierte Fall um den belgischen Detektiv Poirot und seinen Freund Captain Hastings. Und diesem Werk merkt man auch leider heute noch die Hast an, in der das Buch wohl damals verfasst worden sein muss. Ursprünglich als Kurzgeschichten konzipiert, fügt Christie diese hier einfach zusammen und verbindet sie mit dem Handlungsstrang über eine geheime Weltorganisation des Verbrechens. Was sich auf den ersten Blick ein wenig wie ein James Bond Roman anhört, liest sich auch, besonders im letzten Drittel des Romans, wie einer. Sind die einzelnen Fälle für sich noch interessant, da Poirot sie mit der ihm eigenen Genialität und mithilfe der "kleinen grauen Zellen" löst, bilden sie im Verbund, eine verwirrende, oftmals unlogische Geschichte, der der roten Faden fast komplett fehlt. "Die großen Vier" setzt einige Monate nach "Alibi" an. Hastings kehrt aus Argentinien zurück, um in London seinen Freund Poirot zu überraschen. Dieser ist selbst gerade im Begriff nach Südamerika abzureisen, gelockt von einem gut bezahlten Job. Doch ein abgerissener Mann, der ihre Wiedersehensfeier sprengt und kurz vor seinem Tod noch etwas von Li Chang Yen und dem Geheimnis der Großen Vier murmelt, hält beide in London und führt sie auf die Spur des internationalen Verbrecherkartells. Wenn der geneigte Krimileser schon hier einige Parallelen zu Doyles Geschichte "Sein letzter Fall" erkennt, wird er im weiteren Verlauf noch viele mehr davon finden. Christie klaut leider schamlos bei ihrem Genrekollegen, was dazu führt, dass das Buch an einer sonst von ihr nicht gekannten Vorhersehbarkeit krankt. Die Tatsache, dass der Klappentext zusätzlich viel zu viel verrät, trägt sein übriges dazu bei. Über weite Strecken vermag kaum Spannung aufzukommen, was unter anderem auch daran liegt, das man sich nur schlecht auf den Plot einlassen kann. Die sonst genreübliche Armchair-Ruhe fehlt hier völlig. "Die großen Vier" wirkt hektisch, der Stil verkrampft. Das einfach nur enttäuschende Ende rundet das Gesamtbild ab. Insgesamt ist "Die großen Vier" wohl eins von Christies schlechtesten Werken, das man ihr aber schon aufgrund der oben genannten Umstände verzeihen kann. Eine Leseempfehlung nur für absolute Fans der Queen of Crime.
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
CharlyDD zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 31.05.2008
Hätte ich das Buch vor 50 Jahren gelesen, wäre es sicher der absolute Knüller gewesen.

So aber kam es mir eher wie ein schlecht gemachter B-Movie vor.

Gelesen und abgehakt, der nächste wird sicher wieder besser.
juli zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 21.04.2008
Poirot würde sich nie den Schnurrbart abrasieren, was er allerdings in "die großen Vier" und in "Vorhang" tut. Vorhang ist sowieso nicht gut und "die großen vier" gefällt wg diesem Ende nicht. es zerstört den hervorragenden roman. Ich werde ihn nicht noch ein zweites mal lesen, auch weil er nicht A.C. typisch ist
Tim zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 21.02.2007
Das Buch ist perfekt geschrieben!!! Mann kann das Buch nicht wieder aus der Hand legen, da es ein echtes Meisterwerk von Agatha Christie ist. Man kann es kaum beschreiben, es ist ein super guter Krimi von der Art, die es heute nur noch selten gibt.
Sonja zu »Agatha Christie: Die großen Vier« 17.03.2006
Ich fand ihn den spannendsten und aufregendsten Poirot-Roman überhaupt. Eben ein richtiger Thriller. Das zusammengestückelte hat mich nicht gestört. Mit soviel Stress solch ein Buch zu schreiben war ist eine tolle Leistung!

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