Bankrott von Adolf Heinzlmeier

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Gmeiner.

  • Meßkirch: Gmeiner, 2006. ISBN: 978-3899776676. 231 Seiten.

'Bankrott' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Als der Arbeitslose Waller bei seiner Bank einen Kredit beantragen will, um eine Ich-AG zu gründen, gerät er in einen Banküberfall und wird als Geisel genommen. Privatdetektiv Peter Merton erhält von dem dubiosen Roderich Luger den Auftrag, die Bankräuber zu finden. Zwei Morde verkomplizieren die Lage und Mertons Auftraggeber wird ungeduldig …

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Antje Meinhold zu »Adolf Heinzlmeier: Bankrott« 06.08.2006
Ein spektakulärer Banküberfall im Frankfurter Nordend durch ein junges Pärchen à la Bonnie & Clyde, die Waller, einen arbeitslosen Akademiker,
als Geisel nehmen, ruft Detektiv Merton auf den Plan. Eine zwielichtige
halbseidene Type beauftragt ihn, die Bankräuber zu suchen. Eine anonyme e-mail an die Boulevard Presse, daß die Geisel Waller in Wirklichkeit der Chef der Bande sei und mit dem Überfall ein Zeichen setzen wollte gegen die Allmacht und Ungerechtigkeit der Banken, bringt Waller ganz schön in Wallung, zumal weitere Morde und Überfälle in seinem Umkreis stattfinden und er nun Verdächtiger Nr. 1 ist.
Ein Krimi mit sozialkritschem Ansatz am Tatort Frankfurt-Bankfurt:
„eine Metropole ohne Leitbild, die Verunsicherung der Moderne wird hier virulent. Mit ihrem Image als multikulturellem Moloch muß sie leben.“ Man kann auch sagen, eine Stadt, die der Alleinherrschaft des Kapitals alles unterordnet – auch die Menschen. Menschen, die zu Tausenden entlassen werden, die ihre Identität verloren haben und an nichts mehr glauben. Arbeitslose aller Klassen vom Arbeiter bis zum Akademiker, Studenten ohne Zukunft. Einstige Ideale werden verspottet, ehemalige Linke werden zu Rechten und ehemalige Rechte zu Linken . YUNKIS = Young Unemployed No Kind of Identity verprassen Papas Kohle.
Vor diesem Hintergrund werden Waller, Merton und den beteiligten Personen die Bankräuber immer sympathischer und es folgt eine regelrechte Nachahmerwelle an Banküberfällen als Leistungssport für Abenteurer.
„Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ von Büchner aus dem Hessischen Landboten, eines der vielen klugen Zitate des Autors, könnte als Leitmotiv dieses unterhaltsamen Krimis gelten.

Antje Meinhold
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